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Wechselsymptome

Dicke Beine? Was hinter Wassereinlagerungen in den Wechseljahren steckt

Hormone, Stress, zu viel Salz: In der Lebensmitte gerät der Flüssigkeitshaushalt häufig aus dem Lot. Warum unser Körper Wasser speichert – und was dagegen hilft.

Plötzlich passen die Ringe nicht mehr, die Knöchel schwellen an, die Beine wirken plump und fühlen sich schwer an – obwohl Ernährungsverhalten und Gewicht gleich bleiben oder zumindest halbwegs stabil sind: Viele Frauen in den Wechseljahren kennen diese Phänomene. 

Warum kommt es zu Wassereinlagerungen in den Wechseljahren? 

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Einer der wichtigsten Gründe für Wassereinlagerungen in den Wechseljahren ist der Rückgang des Östrogenspiegels. Östrogen spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation des Flüssigkeitshaushalts und beeinflusst, wie viel Natrium (Salz) und Wasser die Nieren speichern oder ausscheiden. Sinkt der Spiegel, gerät dieses Gleichgewicht durcheinander: Der Körper hält mehr Wasser im Gewebe zurück.  

Ergänzend wirken Veränderungen bei anderen Hormonen mit:  

  • Progesteron, das in der fruchtbaren Lebensphase leicht entwässernd wirkt, nimmt in den Wechseljahren stark ab. Dadurch fällt dieser natürliche „Gegenspieler“ weg – der Körper scheidet weniger Wasser aus.  
  • Gleichzeitig beeinflusst der Östrogenmangel auch das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, ein hormonelles Steuerzentrum, das Blutdruck und Flüssigkeitshaushalt regelt. Wenn dieses System – wie in verlinkter Yale-Studie untersucht – stärker aktiviert wird, produzieren die Nebennieren mehr Aldosteron, ein Hormon, das dafür sorgt, dass die Nieren Salz und Wasser zurückhalten. 

Welche Rolle spielt das Gefäß-, Lymph- und Verdauungssystem in den Wechseljahren? 

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Die Funktion von Venen und Lymphgefäßen kann sich im mittleren Lebensalter verschlechtern: Der Rückfluss von Flüssigkeit wird schwerfälliger, Ödeme entstehen leichter, besonders in den Beinen und Knöcheln. Geringe körperliche Aktivität verschlimmert den Effekt: Bewegung hält den Flüssigkeitskreislauf in Schwung. Fehlt sie, verlieren Muskeln ihre Pumpfunktion für Venen und Lymphbahnen – Wasser sammelt sich leichter in Beinen und Knöcheln.  

Zu viel Salz sowie Stress und ungünstige Schlafmuster wirken zusätzlich als Trigger:  

  • Hohe Natriumzufuhr begünstigt die Bindung von Wasser im Gewebe.  
  • Chronischer Stress und Schlafmangel bringen das Hormonsystem noch mehr aus dem Gleichgewicht – der Körper neigt dann dazu, vermehrt Wasser einzulagern.  

Welche Körperregionen von Wassereinlagerungen in den Wechseljahren betroffen sind 

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  • Beine & Knöchel: Schwellungen entstehen dort besonders leicht, wenn Venen- und Lymphsystem schwächer arbeiten. 
  • Hände & Finger: Die Ringe sitzen enger, die Finger fühlen sich „dick“ an. 
  • Gesicht: Besonders morgens – leichte Schwellung von Augenlidern, Wangen. 
  • Oberkörper/Brustbereich: Gefühl von Spannung oder „gefülltem“ Brustkorb kann mit Wassereinlagerung verbunden sein. 

Was gegen Wassereinlagerungen in den Wechseljahren hilft 

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Die gute Nachricht: Gegen Wassereinlagerungen lässt sich viel tun – oft mit einfachen Mitteln, die Körper und Kreislauf wieder in Schwung bringen. 

  • Bewegung – der wichtigste natürliche „Entwässerer“ 
    Regelmäßige Bewegung ist der effektivste Weg, um Flüssigkeit im Gewebe zu reduzieren. Schon 30 Minuten zügiges Gehen pro Tag aktivieren die sogenannte Muskelpumpe in Beinen und Waden – sie unterstützt den Rückfluss von Flüssigkeit zum Herzen. Weiters günstig: Schwimmen (gleichzeitig Lymphmassage durch Wasserdruck), Yoga und Pilates (sanfte Dehnung und Aktivierung der Bauch- und Beckenmuskulatur), Radfahren oder Nordic Walking. Krafttraining verbessert klimakterische Beschwerden insgesamt und unterstützt Gefäß- und Lymphfunktion, was auch diese Studie unterstreicht.
  • Ernährung: weniger Salz, mehr Kalium 
    Natrium bindet Wasser – zu viel Salz in Fertiggerichten, Käse oder Brot fördert Wassereinlagerungen. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf den Gegenspieler: Kalium. Es hilft, überschüssiges Natrium auszuscheiden. Kaliumreiche Lebensmittel sind etwa: Bananen, Avocados, Spinat, Hülsenfrüchte, Süßkartoffeln, Tomaten und Trockenfrüchte. Auch entwässernde Lebensmittel wie Spargel, Gurke, Sellerie oder Wassermelone unterstützen den Flüssigkeitsaustausch.  
    Wichtig: Vermeide radikalen Entwässerungskuren oder übertriebene Salzreduktion – das kann das Gegenteil des Gewünschten bewirken. Wenn der Körper plötzlich zu wenig Salz oder Flüssigkeit bekommt, schaltet er auf Sparmodus: Er versucht, Wasser im Gewebe zu halten, um einen Mangel auszugleichen. Dadurch verstärken sich Schwellungen statt abzuklingen. Besser: maßvolle Salzreduktion, viel Trinken und eine insgesamt ausgewogene Ernährung. 
  • Viel trinken – klingt paradox, hilft aber 
    Wer ausreichend trinkt, signalisiert dem Körper, dass genug Wasser vorhanden ist. Die Nieren können überschüssige Flüssigkeit und Salz ausscheiden, der Stoffwechsel läuft stabiler. Etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag helfen, den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht zu halten. Besonders unterstützend wirken Kräutertees mit leicht entwässernder Wirkung, etwa aus Brennnessel, Birkenblättern, Löwenzahn oder grünem Tee.  
  • Beine hoch und Kompression nutzen 
    Wenn sich Wasser in den Beinen sammelt, hilft eine einfache Maßnahme: Beine hochlagern, so oft es der Alltag zulässt. Dadurch kann die Schwerkraft das tun, was geschwächte Venen und Lymphgefäße nicht mehr schaffen: Die Flüssigkeit wird aus den Beinen zurück in Richtung Herz transportiert.  
    Wer viel sitzt oder steht, sollte darauf achten, die Position regelmäßig zu wechseln, kleine Bewegungspausen einzulegen oder zwischendurch auf den Zehenspitzen zu wippen. Das aktiviert die Muskelpumpe in den Waden und unterstützt den Rückfluss.  
    Kompressionsstrümpfe wirken vorbeugend: Sie üben sanften Druck auf die Beine aus, fördern die Durchblutung, entlasten die Venen und verbessern den Abfluss von Lymphflüssigkeit – besonders an warmen Tagen oder bei langem Sitzen im Büro oder auf Reisen.
  • Stress abbauen, gesunden Schlaf fördern 
    Chronischer Stress lässt den Cortisol-Spiegel steigen – ein Hormon, das Wasser im Körper bindet. Schlafmangel hat denselben Effekt. Achtsamkeitsübungen, Meditation, Atemtechniken oder regelmäßige Pausen helfen, den Cortisolspiegel zu senken. Erholsamer Schlaf (7–8 Stunden) stabilisiert nicht nur das Hormonsystem, sondern auch den Flüssigkeitshaushalt – denn während des Schlafs sinken Stresshormone, und die Nieren können Flüssigkeit besser regulieren.
  • Immer individuell: Hormonbalance prüfen: In einigen Fällen kann eine Hormontherapie (HRT) helfen, die Balance von Östrogen und Progesteron zu stabilisieren – und damit auch den Wasserhaushalt. Diese Anpassung muss aber immer gemeinsam mit der Gynäkolog:in oder Endokrinolog:in erfolgen, da die Reaktion des Körpers auf Hormone unterschiedlich ausfallen kann.
  • Hausmittel und natürliche Unterstützung: Wechselduschen regen die Durchblutung an, Trockenbürstenmassagen fördern den Lymphfluss. Eine manuelle Lymphdrainage durch eine Fachkraft kann sehr effektiv sein. Magnesium und Vitamin B6 spielen eine Rolle im Elektrolyt- und Hormonstoffwechsel. In Kombination können sie bei hormonell bedingter Wasserretention unterstützend wirken.  

Warnsignale: Wenn Wassereinlagerungen in den Wechseljahren gefährlich werden 

Hormonell bedingte Wassereinlagerungen treten in der Regel beidseitig, mild und wechselnd auf.  

  • Wenn nur ein Bein, Fuß oder Arm anschwillt, kann das auf eine Venenthrombose oder eine Störung im Lymphabfluss hinweisen.  
  • Auch Atemnot oder Brustschmerzen sind Warnzeichen – sie können auf eine Herzschwäche oder, im schlimmsten Fall, auf eine Lungenembolie hindeuten.  
  • Eine rasche Gewichtszunahme von mehreren Kilo in wenigen Tagen deutet häufig darauf hin, dass sich Wasser im Körper staut – zum Beispiel durch Probleme mit Herz, Nieren oder Leber.  

Wenn also Schwellungen neu, einseitig oder schmerzhaft sind, sollst du das medizinisch abklären lassen. Nur so wird klar, ob hinter den Symptomen eine Durchblutungs-, Herz- oder Organstörung steckt – oder „nur“ der hormonelle Wandel.  

Das Wichtigste Im Überblick 

Warum schwellen meine Knöchel, Beine und Finger in den Wechseljahren an? 

Sinkende Östrogen- und Progesteronspiegel bringen den Flüssigkeitshaushalt aus dem Gleichgewicht. Gleichzeitig verlangsamen sich Rückfluss und Abtransport über Venen und Lymphsystem – Wasser sammelt sich leichter in Knöcheln, Füßen und Fingern. 

Warum fühlt sich mein Körper im Wechsel oft schwer oder „aufgeschwemmt“ an? 

Hormonelle Veränderungen beeinflussen, wie Wasser im Gewebe verteilt und ausgeschieden wird. Der Körper reagiert sensibler auf Salz, Stress oder Bewegungsmangel, wodurch es auch ohne Gewichtszunahme zu einem allgemeinen Schwere- oder Spannungsgefühl kommen kann. 

Was kann ich gegen Wassereinlagerungen in den Wechseljahren tun? 

Regelmäßige Bewegung, ausreichend Trinken, maßvoller Salzkonsum, kaliumreiche Ernährung sowie Stressabbau unterstützen den Flüssigkeitshaushalt. Auch Beine hochlagern, Kompressionsstrümpfe und ausreichend Schlaf helfen. Bei stärkeren oder einseitigen Schwellungen sollte ärztlich abgeklärt werden. 

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