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Wechselsymptome

Wie Funktionelle Medizin dich in den Wechseljahren unterstützen kann

Ganzheitlich und gründlich: Die Wechseljahre sind ein Paradebeispiel dafür, wie „functional medicine“ sinnvoll eingesetzt werden kann. Was steckt da genau dahin

Funktionelle Medizin (engl. Functional Medicine) ist ein ganzheitlicher, individualisierter Ansatz zur Gesundheitsförderung, der die Ursachen von Krankheiten in den Mittelpunkt stellt, statt nur Symptome zu behandeln. Was ist das Grundprinzip? Eigentlich ganz einfach: Functional Medicine betrachtet den Körper als ein vernetztes System. Statt einzelne Organe oder Symptome isoliert zu sehen, wird versucht zu verstehen, wie alles zusammenhängt – z.?B. wie Verdauung, Hormone, Entzündungen, Genetik und Umweltfaktoren zusammenspielen. Das erklärte Ziel: Nicht nur Krankheit behandeln – sondern Gesundheit fördern und das Gleichgewicht im Körper wiederherstellen.  

Worauf beruht funktionelle Medizin? 

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Die funktionelle Medizin verbindet Erkenntnisse aus: 

  • Moderner Molekularbiologie & Genetik 
  • Ernährungsmedizin 
  • Umweltmedizin 
  • traditioneller Heilkunst (z.B. ayurvedische oder chinesische Denkweisen) 
  • Psychoneuroimmunologie (Zusammenhang von Psyche, Nervensystem, Immunsystem) 

Ein gutes Beispiel zur Veranschaulichung wäre ein Patient mit chronischer Müdigkeit und schlechter Stimmung. Er bekommt nicht einfach ein Antidepressivum verpasst, vielmehr wird untersucht: 

  • Gibt es Darmprobleme? 
  • Hat er Nährstoffmängel (z.B. B12, Eisen)?
  • Ist die Schilddrüse optimal eingestellt? 
  • Schlafqualität? Stresslevel? Nebennierenerschöpfung? 
  • Umweltfaktoren (z.B. Schimmelbelastung)? 

Wie wird in der funktionellen Medizin vorgegangen? 

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An erster Stelle steht eine ausführliche Anamnese, erfasst wird die detaillierte Lebensgeschichte: Ernährung, Umweltfaktoren, Stress, Schlaf, Bewegung, Kindheit, frühere Erkrankungen usw. Ziel ist es, den „roten Faden“ zu finden: Wann ging's los und was hat sich wie entwickelt? 

Ebenso erfolgt eine umfassende Labordiagnostik. Erfasst werden etwa: 

  • Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien) 
  • Darmflora (Mikrobiom-Analyse) 
  • Hormonprofile 
  • Entzündungsmarker 
  • Toxine / Schwermetalle 
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten 

Schließlich wird eine individuelle Therapie entwickelt. Sie umfasst: 

  • Ernährung: z.B. Eliminationsdiäten, Darmaufbau, antientzündliche Ernährung 
  • Lebensstil: Bewegung, Schlafhygiene, Stressmanagement 
  • Supplements: Vitamine, Mineralien etc.  
  • Medikamente können ebenso Teil der Therapie sein, aber immer im Rahmen eines gesamtheitlichen Plans. 

Wichtig: Jede Therapie wird als Partnerschaft verstanden: Die/der Patient:in ist aktiv beteiligt: nicht bloß „Empfänger“, sondern Mitgestalter. Letztendlich geht es um Empowerment, darum zu verstehen, warum man krank ist, und was man selbst für seine Gesundheit tun kann. 

Die Philosophie hinter der Funktionellen Medizin 

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Die funktionelle Medizin kommt ursprünglich aus den USA, wo sie sich ab den 1990er-Jahren entwickelt hat. Sie entstand als Reaktion auf die zunehmende Zahl chronischer Erkrankungen, die mit der klassischen Schulmedizin bloß symptomatisch, aber nicht ursächlich behandelt wurden.  

Der Begriff wurde insbesondere durch Dr. Jeffrey Bland geprägt, ein amerikanischer Biochemiker und Ernährungswissenschaftler. Er gilt als „Vater der funktionellen Medizin“ und gründete 1991 das „Institute for Functional Medicine (IFM)“. Auch ich habe dort meine Ausbildung absolviert. Zentrales Element ist das sogenannte „Systems Biology“-Denken: Demnach entstehen Krankheiten nicht isoliert, sondern durch komplexe Störungen in biochemischen Netzwerken des Körpers.  

Functional Medicine ist besonders in den USA, Kanada und Australien sehr beliebt und wird dort auch oft ins klinische Angebot integriert. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wächst das Interesse rasant. 

Wie hilft die funktionelle Medizin in den Wechseljahren? 

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Wenn im Wechsel Hormone, Lebensstil, Ernährung, Stress, Darmgesundheit und Umweltfaktoren komplex zusammenspielen, kann funktionelle Medizin all ihre Stärken ausspielen. Sie stellt nicht bloß fest „der Hormonspiegel sinkt“, sondern geht einen Schritt weiter und untersucht: 

  • Warum kommt der Körper nicht gut mit den hormonellen Veränderungen klar? 
  • Welche Systeme sind aus dem Gleichgewicht geraten? 
  • Wie kann ich den Körper unterstützen, wieder in Balance zu kommen? 

Wie geht funktionelle Medizin in den Wechseljahren vor?  

Im Rahmen einer umfassenden Anamnese wird untersucht: 

  • Wann haben die Beschwerden begonnen? 
  • Wie sehen Zyklus, Stimmung, Schlaf, Libido, Gewicht, Energielevel aus? 
  • Wie war die hormonelle Lage vor den Wechseljahren? 
  • Lebensstil: Ernährung, Bewegung, Stress, Schlaf 
  • Umweltfaktoren: z.B. Plastik, Kosmetika (Xenoöstrogene) 
  • Emotionale Faktoren: z.B. Lebenswandel, Kinder gehen aus dem Haus, Sinnfragen 

Dann folgt die Diagnostik. Erfasst werden: 

  • Hormonstatus: Östradiol, Progesteron, Testosteron, Cortisol, DHEA 
  • Schilddrüse: TSH, fT3, fT4, TPO-Antikörper 
  • Vitamin D, B12, Magnesium, Eisen, Zink 
  • Darmgesundheit: Mikrobiom, Entzündungsmarker, Leaky Gut
  • Leberfunktion (wichtig für Hormonabbau) 
  • Xenoöstrogene / Umweltgifte (z.B. BPA, Pestizide) 
  • Entzündungswerte: BSG, CRP 

Wie kann ein individueller Therapieansatz in den Wechseljahren aussehen? 

Ernährung & Mikronährstoffe:

  • Entzündungsarme Ernährung: Das ist ein Ernährungsstil, der darauf abzielt, stille Entzündungen im Körper zu reduzieren, die mit vielen chronischen Krankheiten, darunter auch hormonellen Störungen, in Verbindung stehen. Im Mittelpunkt steht dabei eine möglichst natürliche und ausgewogene Ernährung, die reich an Gemüse, Ballaststoffen, gesunden Fetten, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen ist. Hochwertige Fette – insbesondere Omega-3-Fettsäuren aus Quellen wie fettem Fisch, Leinöl, Walnüssen oder Avocados – unterstützen den Körper aktiv bei der Entzündungsregulation. 
  • Leberentlastung: Die Leber ist unser zentrales Entgiftungsorgan – sie filtert Schadstoffe, reguliert den Hormonhaushalt und spielt eine Schlüsselrolle im Stoffwechsel. Ein besonders einfacher Hebel zur Unterstützung ist der gezielte Einsatz von Bitterstoffen (Rucola, Chicorée, Endivie, Radicchio Artischocken, Löwenzahn, Mariendistel, etc) und grünem Gemüse. 
  • Mikronährstoffe: In den Wechseljahren können gezielt eingesetzte Mikronährstoffe helfen, Symptome zu lindern und langfristige Gesundheit zu stärken – vor allem fürKnochen, Nerven, Stimmung und Energie (Omega-3, Magnesium, B-Vitamine, Vitamin D, etc.) 

Stressregulation

Chronischer Stress wirkt sich direkt auf unser hormonelles Gleichgewicht aus. Durch dauerhafte Aktivierung der Stressachse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, kurz HPA-Achse) wird ständig Cortisol ausgeschüttet. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel kann andere Hormone wie Progesteron, Östrogen, Schilddrüsenhormone und Insulin aus dem Gleichgewicht bringen. Das kann zu Erschöpfung, Schlafproblemen, Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen führen. Stress zu regulieren, bedeutet deshalb nicht nur, sich „besser zu fühlen“, sondern auch, die hormonelle Balance gezielt zu unterstützen. Hier helfen Yoga, Meditation, Atemübungen und gezielter Schlafaufbau. 

Darmgesundheit

Der Darm spielt eine Schlüsselrolle beim Abbau und bei der Ausscheidung von Hormonen. Östrogene werden in der Leber verstoffwechselt und dann über die Galle in den Darm ausgeschieden. Im Darm wird das Abbauprodukt dann über den Stuhl endgültig aus dem Körper entfernt. So wird der Hormonhaushalt sauber reguliert und überschüssiges Östrogen „entsorgt“. Wenn die Darmflora (Mikrobiom) gestört ist (z.?B. durch Stress, schlechte Ernährung, Antibiotika, etc), dann können bestimmte ungünstige Darmbakterien ein Enzym namens Beta-Glucuronidase vermehrt produzieren. Dieses Enzym spaltet das bereits gebundene (entsorgungsbereite) Östrogen wieder ab – und das freie Östrogen wird dann zurück in den Blutkreislauf aufgenommen, anstatt ausgeschieden. Es entsteht ein Überschuss an aktivem Östrogen im Körper, das kann zu Östrogendominanz führen. 

Mögliche Therapieansätze umfassen: 

  • Ballaststoffreiche Ernährung. Ballaststoffe binden überschüssige Hormone im Darm und helfen, sie mit dem Stuhl auszuscheiden. 
  • Präbiotika und Probiotika: Präbiotika sind Ballaststoffe, die speziell die guten Darmbakterien nähren. Sie fördern ein gesundes Mikrobiom und helfen, schädliche Bakterien zu verdrängen. Probiotika sind lebende Bakterien, die direkt helfen, das Darmmikrobiom aufzubauen. Sie können dazu beitragen, das Gleichgewicht wiederherzustellen und die Beta-Glucuronidase-Aktivität zu senken. Hochwertige Probiotika-Präparate mit mehreren Bakterienstämmen können durchaus sinnvoll sein. 
  • Darmaufbau: In manchen Fällen ist ein Darmaufbau-Programm notwendig, also ein gezielter Plan, um die Darmflora (Mikrobiom) wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das Ziel ist es, „schlechte“ Bakterien und Pilze zu reduzieren, „gute“ Darmbakterien zu stärken und die Darmschleimhaut zu regenerieren. 

Pflanzenstoffe & Phytoöstrogene

Mönchspfeffer, Maca, Rhodiola, Ashwagandha und andere Phytoöstrogene sind für ihre hormonregulierenden und/der stresslindernden Wirkungen bekannt. Wichtig zu wissen: Phytoöstrogene müssen von der Darmflora verarbeitet werden, um ihre volle Wirkung entfalten zu können. Im speziellen Fall von Phytoöstrogenen aus Soja, Leinsamen, Rotklee und anderen Pflanzen müssen sie in eine aktive Form umgewandelt werden, damit sie im Körper die gewünschten östrogenähnlichen Effekte ausüben. Ein gestörtes Mikrobiom kann diese Umwandlung der Phytoöstrogene beeinträchtigen, mit der Folge dass sie nicht richtig aktiviert werden, weniger effektiv in ihrer Wirkung sind und keine nennenswerte östrogene Wirkung entfalten. 

Bioidentische Hormone

Bioidente Hormone sind Hormone, die genau die gleiche chemische Struktur haben wie die körpereigenen. Sie werden eingesetzt, wenn der Körper in den Wechseljahren selbst zu wenig Hormone produziert. Das passiert immer individuell abgestimmt, nie in einer „Einheitslösung“, oft im Kombination mit naturheilkundlicher Begleitung. Ziel ist es, den Körper wieder in ein hormonelles und metabolisches Gleichgewicht zu bringen. Die Funktionellen Medizin will Wechsel-Symptome verstehen, statt zu sie unterdrücken. Sie sieht die Wechseljahre nicht als Krankheit sondern als Wandlungsphase. 


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