Warum Zwischenblutungen in den Wechseljahren häufig auftreten, ist biologisch gut erklärbar: Die Zeit vor der letzten Regelblutung, die Prämenopause, ist eine Phase der intensiven hormonellen Umstellung. Die Produktion von Östrogen und Progesteron schwankt zunehmend, Eisprünge bleiben häufiger aus, der Zyklus wird instabil. Bleibt der Eisprung aus, fehlt das Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut stabilisiert. Östrogen kann phasenweise die Überhand gewinnen, weil das ausgleichende Progesteron fehlt. Die Schleimhaut baut sich auf, wird aber nicht regelmäßig abgestoßen – sie löst sich ungleichmäßig oder verzögert. Sichtbar wird das als Schmierblutung (auch Spotting genannt), Zwischenblutung oder als verlängerte bzw. verstärkte Regelblutung. Typisch sind:
- stark schwankende Zykluslängen
- unterschiedlich starke Blutungen
- veränderte Dauer
- Schmierblutungen (Spotting) zwischen zwei Perioden
Warum treten in den Wechseljahren oft Zwischenblutungen auf?
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Abnorme uterine Blutungen (also jede Blutung aus der Gebärmutter, die von einer normalen Menstruationsblutung abweicht) zählen zu den häufigsten Gründen, warum Frauen im Übergang ärztlichen Rat suchen. Aktuelle wissenschaftliche Übersichten zeigen, dass die Ursachen vielfältig sind.
- Funktionelle Blutungsstörungen entstehen durch hormonelle Schwankungen und ausbleibende Eisprünge.
- Strukturelle Ursachen wie Myome, Polypen oder Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut werden mit zunehmendem Alter häufiger.
Zwischenblutungen in den Wechseljahren bewegen sich daher in einem breiten Spektrum: von hormonell bedingten Veränderungen bis hin zu Befunden, die medizinisch abgeklärt werden sollten.
Wie sich Zwischenblutungen in den Wechseljahren von Schmierblutungen (Spotting) unterscheiden
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In den Wechseljahren treten zwei Formen von Blutungen abseits der Periode besonders häufig auf: Schmierblutungen (Spotting) und Zwischenblutungen.
- Spotting ist eine sehr leichte, meist bräunliche oder rosafarbene Schmierblutung – oft nur wenige Tropfen. Es entsteht häufig durch hormonelle Instabilität und eine ungleichmäßig abgestoßene Gebärmutterschleimhaut. Zusätzlich kann die mit den Jahren dünner werdende vaginale Schleimhaut leichter bluten, sodass es nach Geschlechtsverkehr, Tampons oder einer gynäkologischen Untersuchung zu sogenannten Kontaktblutungen kommt.
- Zwischenblutungen sind stärker, oft hell- oder dunkelrot und dauern mitunter mehrere Tage. Sie können auftreten, wenn sich die Schleimhaut zuvor stärker aufgebaut hat und dann unregelmäßig abgestoßen wird. Solange Blutungen leicht bis moderat, zeitlich erklärbar und nicht anhaltend sind, entsprechen sie häufig den typischen Veränderungen dieser Lebensphase.
Kurz gesagt: Spotting ist ein zartes Zwischendurch, Zwischenblutungen in den Wechseljahren sind ein zusätzliches Blutungsereignis innerhalb eines instabilen Zyklus.
Wann müssen Zwischenblutungen in den Wechseljahren abgeklärt werden?
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In vielen Fällen sind Zwischenblutungen in den Wechseljahren Teil der hormonellen Umstellung. Doch nicht immer sind Hormone allein verantwortlich. Auch leichte Entzündungen oder vaginale Infektionen können Schmierblutungen verursachen. Es gibt jedoch klare Situationen, in denen Zwischenblutungen in den Wechseljahren medizinisch überprüft werden sollten:
- sehr starke Blutungen
- Blutungen länger als 10 bis 14 Tage
- wiederholte Zwischenblutungen ohne erkennbare Ursache
- neue oder deutlich veränderte Blutungsmuster
- begleitende Schmerzen, ungewöhnlicher Ausfluss oder starke Erschöpfung
- bestehende Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes, Myome oder frühere Schleimhautauffälligkeiten
Übrigens: Blutungen, die nach einer mindestens zwölfmonatigen Pause auftreten, gelten als postmenopausal und müssen immer ärztlich abgeklärt werden.
Tipps bei Zwischenblutungen in den Wechseljahren
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- Blutungsmuster dokumentieren
- Eisenwert im Blick behalten
- Vaginaltrockenheit behandeln
- Stress reduzieren und ausreichend schlafen
- Regelmäßige gynäkologische Kontrollen wahrnehmen
- Veränderungen ernst nehmen
Das Wichtigste im Überblick
Sind Zwischenblutungen in den Wechseljahren normal?
In vielen Fällen ja. Hormonelle Schwankungen und ausbleibende Eisprünge machen den Zyklus instabil. Leichte, kurzzeitige und erklärbare Blutungen gehören zu den typischen Symptomen der Wechseljahre.
Was ist der Unterschied zwischen Spotting (Schmierblutung) und Zwischenblutung?
Spotting ist eine sehr leichte Schmierblutung, oft bräunlich und nur tropfenweise. Zwischenblutungen sind stärker, meist rot und dauern mehrere Tage. Beide können im Wechsel auftreten – haben aber unterschiedliche Intensität.
Wann müssen Zwischenblutungen in den Wechseljahren abgeklärt werden?
Bei sehr starken oder langanhaltenden Blutungen, neuen oder deutlich veränderten Mustern, Schmerzen oder Blutungen nach zwölf Monaten Pause sollte eine gynäkologische Untersuchung erfolgen.
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