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Wechselsymptome

Blähbauch in den Wechseljahren: Wie die Hormone den Darm beeinflussen

Ein aufgeblähter Bauch zählt zu den häufigen Beschwerden der Wechseljahre. Eine Expertin erklärt die Ursachen und die Strategien gegen „Bloating“.

Passen die Jeans noch? Viele Frauen leiden den Wechseljahren unter einem aufgeblähten, dicken, luftgefüllten Bauch, Spannungs- oder Völlegefühl oder fiesen Blähungen – Symptome, die unter dem Begriff Blähbauch oder Bloating zusammengefasst werden. Was zunächst wie ein kosmetisches Problem wirkt, hat oft eine physiologische Grundlage: Hormonelle Umstellungen können die Verdauung und Darmfunktion beeinflussen. Die Internistin und Darmgesundheitsexpertin Dr. Elisabeth Krippl erklärt, warum die Wechseljahre den Darm empfindlicher machen und wie Frauen in der Lebensmitte aktiv gegensteuern können. 

Wie entsteht ein Blähbauch bzw. Bloating in den Wechseljahren? 

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Hinter dem Blähbauch steckt meist eine vermehrte Gasbildung im Darm. „Meist entstehen die Gase durch bakterielle Fermentation von nicht vollständig verdauten Kohlenhydraten im Dickdarm“, erklärt Dr. Krippl. Neben der bakteriellen Gasbildung können aber auch eine Reihe weiterer Faktoren dazu beitragen.  

Typische Ursachen:

  • gasbildende Darmbakterien 
  • unvollständige Verdauung von Kohlenhydraten 
  • geschluckte Luft 
  • Enzymmangel 
  • Unverträglichkeiten 

Warum ein Blähbauch in den Wechseljahren häufig ist 

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Wenig überraschend: Der Blähbauch kann mit dem sinkenden Östrogenspiegel zusammenhängen. Dieses Hormon beeinflusst unter anderem die Darmmotilität (die Bewegungen des Darms zur Weiterbeförderung der Nahrung) und die Schleimhautfunktion. „Sinkt das Östrogen, kann sich auch die Darmbewegung verlangsamen“, so Krippl: „Die Folgen sind eine verlängerte Verweildauer der Nahrung im Verdauungstrakt sein, wodurch vermehrt Gase entstehen. Gleichzeitig wird der Stuhl häufig trockener und Verstopfung begünstigt, was das den Blähbauch verstärken kann.“  

Parallel verändert sich häufig die Zusammensetzung der Darmbakterien, und auch Stresshormone wie Cortisol beeinflussen die Verdauung über komplexe Mechanismen. Warum? Der Darm ist ein hormonempfindliches Organ. Beim Blähbauch in den Wechseljahren verändern sich mehrere physiologische Mechanismen gleichzeitig.  

  • Östrogen trägt unter anderem zur Stabilität der Darmbarriere bei. Sinkende Spiegel können möglicherweise die Empfindlichkeit der Darmschleimhaut beeinflussen und entzündliche Prozesse begünstigen.  
  • Auch Progesteron beeinflusst die Darmfunktion und kann über Auswirkungen auf die Darmmuskulatur die Verdauungsbewegung verlangsamen. 
  • Weitere Faktoren sind eine erhöhte Entzündungsanfälligkeit, eine veränderte Stresshormonregulation und Veränderungen der Darmflora 

Welche Rolle das Darmmikrobiom in den Wechseljahren spielt  

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Ein zentraler Faktor ist das Darmmikrobiom. Es beeinflusst nicht nur die Verdauung, sondern steht auch in enger Wechselwirkung mit dem Hormonstoffwechsel. Bestimmte Darmbakterien produzieren das Enzym ?-Glukuronidase, das am Abbau und der Wiederverwertung von Östrogen beteiligt ist. Viele Hormone werden zunächst in der Leber gebunden und über den Darm ausgeschieden. ?-Glukuronidase kann diese Bindung wieder lösen, sodass ein Teil des Östrogens erneut vom Körper aufgenommen wird.  

Verändert sich die Zusammensetzung der Darmflora, kann sich dadurch auch die Verfügbarkeit von Östrogen im Körper verändern. Diese komplexe Wechselwirkung zeigt, wie eng Darmgesundheit und hormonelle Regulation miteinander verbunden sind und warum Veränderungen in den Wechseljahren auch die Verdauung beeinflussen können. 

Lebensmittel, die den Blähbauch verstärken 

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Bestimmte Nahrungsmittel können den Blähbauch in den Wechseljahren verstärken – besonders wenn der Darm empfindlicher reagiert. Ballaststoffreiche Lebensmittel sind zwar gesund, können jedoch kurzfristig Gasbildung fördern. 

Häufige Blähbauch-Trigger:

  • rohes Gemüse (v. a. Kohlarten) 
  • Hülsenfrüchte 
  • Zwiebeln & Knoblauch 
  • kohlensäurehaltige Getränke 
  • Kaugummi 
  • übermäßiger Zuckerkonsum 

Darmfreundliche Ernährung in den Wechseljahren 

Eine gezielte Ernährung kann den Blähbauch in den Wechseljahren reduzieren. Entscheidend ist dabei nicht nur die Lebensmittelauswahl, sondern auch das Essverhalten. „Abwechslungsreich essen fördert die mikrobielle Diversität“, so Krippl: „Auch das Essverhalten selbst spielt eine Rolle: Wer zu schnell isst oder schlecht kaut, schluckt mehr Luft und belastet die Verdauung zusätzlich“. 
Ihre zentralen Ernährungsempfehlungen: 

  • langsam essen und gründlich kauen 
  • Zucker reduzieren 
  • Lebensmittel schonend zubereiten 
  • insgesamt ausgewogene Ernährung 
  • hochverarbeitete Lebensmittel reduzieren 

Positive Lebensmittel für den Dar

  • Vollkornprodukte 
  • Leinsamen & Flohsamenschalen 
  • fermentierte Lebensmittel 
  • präbiotische Lebensmittel 

Stress, Schlaf & Bewegung: Ihr Einfluss auf den Blähbauch 

Ein Blähbauch den Wechseljahren kann auch mit Stressfaktoren zusammenhängen. Gerade in dieser Lebensphase berichten viele Frauen über erhöhte psychische Belastung, Schlafprobleme oder innere Unruhe – Faktoren, die sich direkt auf die Verdauung auswirken können: „Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse stehen Gehirn und Verdauungstrakt in ständigem Austausch. Chronischer Stress kann dabei Verdauungsprozesse verändern und das Gleichgewicht des Darmmikrobioms beeinflussen. Gleichzeitig können Schlafstörungen die Regeneration des Darms beeinträchtigen, während psychische Belastung die Wahrnehmung von Blähungen und Bauchdruck verstärken kann.“  

Auch Bewegung spielt eine wichtige Rolle: Regelmäßige körperliche Aktivität unterstützt die Darmmotilität und kann helfen, Gasansammlungen schneller abzubauen. 

Wann ein Blähbauch medizinisch abgeklärt werden sollte 

Nicht immer ist ein Blähbauch harmlos. Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Mögliche Differenzialdiagnosen sind etwa: 

  • Reizdarmsyndrom 
    Funktionelle Darmstörung mit Blähungen, Schmerzen, Durchfall oder Verstopfung. 
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten 
    Unzureichende Verdauung bestimmter Nahrungsbestandteile mit Gasbildung im Dickdarm. 
  • SIBO (Dünndarmfehlbesiedelung) 
    Vermehrte bakterielle Besiedelung des Dünndarms mit früher Fermentation der Nahrung. 
  • Enzymmangel 
    Fehlende Verdauungsenzyme können unvollständige Nahrungsverdauung und Gasbildung verursachen. 
  • Zöliakie 
    Autoimmunerkrankung mit Entzündung der Dünndarmschleimhaut und gestörter Nährstoffaufnahme. 
  • Candida 
    Eine klinisch relevante Hefepilzbesiedelung des Darms ist selten, wird jedoch im Zusammenhang mit Verdauungsbeschwerden diskutiert. 

Ein Blähbauch in den Wechseljahren ist häufig – aber behandelbar 

Viele Beschwerden lassen sich durch gezielte Maßnahmen verbessern. Krippl dazu: „Die genaue Abklärung der Ursache und eine individuell angepasste Ernährungsumstellung sind entscheidend. In bestimmten Fällen kann auch eine weiterführende Mikrobiom-Diagnostik sehr sinnvoll sein.“  

Das Wichtigste im Überblick: 

Warum tritt ein Blähbauch den Wechseljahren häufiger auf? 

Hormonelle Veränderungen, vor allem sinkende Östrogenspiegel, können die Darmbewegung verlangsamen und die Darmflora beeinflussen. Dadurch bleibt Nahrung länger im Darm und es kann vermehrt Gasbildung entstehen. 

Welche Faktoren können einen Blähbauch in den Wechseljahren verstärken? 

Häufige Auslöser sind gasbildende Lebensmittel, hastiges Essen, geschluckte Luft, Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie Stress, der über die Darm-Hirn-Achse Verdauungsprozesse beeinflussen kann. 

Was hilft gegen einen Blähbauch (Bloating) in den Wechseljahren? 

Langsames Essen, gründliches Kauen, eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie Stressreduktion können Beschwerden lindern. Bei anhaltendem Blähbauch sollte eine medizinische Abklärung erfolgen. 

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