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Wechselsymptome

Petra Hubert-Schimek: Nach der Entfernung der Hormonspirale kam der Wechsel

Sie ist Verlegerin und Verkäuferin mit Herz und Seele. Und musste erst lernen, Schwäche zu zeigen als sie schließlich dem „Gespenst der Wechseljahre“ begegnete.

Mein Leben ist ebenso abwechslungs- wie auch arbeitsreich. Mit meinen 56 Jahren bin ich bereits zum dritten Mal verheiratet, dauerhaft und lebenslange liebevolle Dienstbotin von Mona und Prinz, zwei Kätzchen, die 2015 in einer Mülltonne gefunden und gerettet wurden. Ich lebe ich Wien und verbringe auch hin und wieder Zeit unter der Sonne von Andalusien. Spanisch spreche ich immer noch nicht, das wird jedenfalls ein Ziel für 2023 sein.

Mein Leben vor dem Wechsel war stressig, sehr intensiv, als Alleinerzieherin und Workaholic hatte ich nicht viel Zeit für Reflexion. Arbeit, Arbeit, Arbeit, da beschäftigt man sich nicht groß mit dem Älterwerden und den Herausforderungen, die damit verbunden sind. Zwecks Verhütung habe ich immer auf die Hormonspirale gesetzt und sie gut vertragen. Drei Mal und jeweils fünf Jahre lang. Ich weiß, viele Frauen haben Angst vor der Entfernung, da diese mit einem kurzen, intensiven Schmerz verbunden sein kann. Das allerdings ist halb so wild, bei mir hatte dieser Prozess zuletzt im Vergleich ganz andere und langfristige Auswirkungen. Denn erst bei der Entfernung der Hormonspirale wurde mir klar, dass ich jetzt wohl auch dem Gespenst der Wechseljahre begegnet bin.

Schwäche zu zeigen ist nicht meine Stärke

Mein plötzlicher Zustand? Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, wild kreisende Gedanken um alles und nichts, Planlosigkeit, Orientierungslosigkeit bei gleichzeitigem „immer funktionieren müssen“ und sich ja bloß nichts anmerken lassen. Das war wirklich, wirklich anstrengend. Es ging mir schlecht und ich habe stets versucht das zu verbergen, aus Angst davor Schwäche zu zeigen und Kritik dafür zu ernten. Immer wieder schärfte ich mir ein: „Stell dich nicht so an – das ist doch alles nicht so schlimm!“ Ich war einsam – Schwäche war noch nie meine Stärke. Und damit landete ich im selbst gemachten Teufelskreis. Hauptsache, die anderen Menschen bekommen nichts mit, weder privat noch beruflich.

Offene Worte als Life Changing Moment

Die einzige Hilfe war dann das offene Gespräch mit meinem Gynäkologen Dr. Johannes Seidel von Woman & Health. „So kann und will ich nicht mehr leben“, sagte ich. „Leiden muss nicht sein“, antwortete er. Und: Schlaflosigkeit ist tatsächlich ätzend, nichts, was man einfach abtun sollte, sie kann in einer Depression enden. Bei intensiven Wechselbeschwerden läuft der Körper auf Hochtouren, dem muss man sich nicht aussetzen – onthe long run gesehen, ist es gesünder gegenzusteuern. Jetzt trage ich ein Hormon-Pflaster (Dermestril 50 Mg), das ich wöchentlich erneuere und am Abend gibt es dazu täglich Progesteron in Kapselform.

Nach einer Woche war meine Nervosität verschwunden, nach zwei Wochen war ich ein neuer Mensch. Ich schwitze meine Shirts nicht mehr durch (wobei es bei der richtigen Nachtwäsche im Wechsel echte Qualitätsunterschiede gibt, die sich deutlich bemerkbar machen) und schlafe wieder gut. Ein Calcium-Präparat wäre noch wichtig, das suche ich noch gemeinsam mit dem Arzt aus, bislang fand ich noch keines, das mir schmeckt.

Manchmal denke ich darüber nach, wie es mir heute wohl erginge, hätte ich mich nicht geöffnet und meine intensiven Beschwerden angesprochen statt sie immer nur geschickt zu verstecken – weil man ja immer stark und tapfer sein muss. Der berühmte „Life Changing Moment“ war also wohl jener Moment, in dem ich mich getraut habe zu sagen: Ja, mir geht's richtig schlecht.

Die Medizin hat Lösungen – nutzen wir sie!

Mein Arzt hat mir zugehört und die Lösungen mit mir diskutiert. Klingt logisch und einfach, war aber ein Prozess. Deshalb mein Appell an euch: Ladies, wir müssen da alle durch! Das Leben ist viel zu kurz, um sich einschränken zu lassen. Die Medizin hat Lösungen. Nutzen wir sie doch, ebenso wie die vielen Möglichkeiten zu Vorsorgeuntersuchen, wie etwa die gratis Mammographie. Und bleiben wir offen – auch in den privaten Gesprächen.

Ich denke, ich werde für meine Offenheit gemocht. Und wenn nicht, kann ich es auch nicht ändern. Wer mich nicht in seinem Leben mag, braucht auch nicht Teil meines Lebens sein. Ich habe mittlerweile aufgehört darüber nachzudenken, was andere über mich denken könnten. Ich denke darüber nach, wie ich mein bestes „ICH“ weiterhin suchen und hoffentlich auch finden werde. Der Wechsel ist, was er ist. Eine Umstellung, eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Machen wir das Beste daraus!

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