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Wechselsymptome

Irmie Schüch-Schamburek: Wie ein Phönix aus der Asche

Die Style-Expertin ist seit über 30 Jahren auch als psychologisch orientiere Astrologin tätig. Im Wechsel warf sie einen Blick in die Sterne und in ihren Kleiderschrank.

Frau sein, in allen Facetten und Lebenszyklen finde ich wahnsinnig spannend. Nicht nur bei mir selbst, sondern auch in der philosophischen Betrachtung – und auch im Austausch mit anderen Frauen. Schönheit – insbesondere die Schönheit der Frauen, ihrer Seele, ihres Geistes, ihrer Persönlichkeit und ihres Äußeren – hat mich immer schon fasziniert. Mit meinen Berufen – psychologisch orientierte Astrologin, Image-Coach, Style-&Trend Beraterin und Lifestyle-Journalistin – decke ich diese Aspekte auf verschiedene Weise ab.

Hitzewallungen und Scham

Vor etlichen Jahren wurde ich als Styling-Beraterin von einem Modelabel für eine internationale Roadshow engagiert. Mit großem Staunen habe ich, während meiner etwa 100 Farbtyp-Analysen beobachtet, dass sich bei vielen meiner Kundinnen binnen Sekunden dicke Schweißtropfen im Gesicht, Nacken sowie Dekolleté bildeten und ihr Teint so rot wurde, dass eine weitere Analyse kaum mehr möglich war.

Den Armen waren ihre Wallungen fast immer äußerst peinlich, und ich hatte den Eindruck, je mehr sie versuchten Kontrolle zu erlangen, desto schlimmer wurden die Symptome. Damals habe ich mir vorgenommen, sobald ich selbst im Wechsel bin, mich dieser Periode der Weiblichkeit intensiver und lösungsorientiert zu widmen, da ich merkte, wie sehr die Wechseljahre und die damit einhergehenden Beschwerden tabuisiert sind.

Ich schwitze nicht, ich kondensiere!

Meine ersten Hitzewallungsphase bekam ich im 55. Lebensjahr im Sommerurlaub. Ich schrieb dies, sowie die Gliederschmerzen einer möglichen Verkühlung und Übermüdung zu, da ich die Kombi aus Sonne, Hitze und Klimaanlagen nicht gut vertrage. Ich, die immer friert und nicht einmal in der Sauna schwitze, kann doch keine Hitzewallungen haben! – Auch wenn ich meine Periode schon länger eher unregelmäßig bekam.

Schlafstörungen, Erschöpfung und eine gewisse Weinerlichkeit fallen bei mir als Indikatoren für die Menopause aus, denn sie sind in meinem Leben seit jeher präsent. Einige Tage später habe ich dann aber doch kapiert, was die wahre Ursache für meine körperlichen Befindlichkeiten war.

Zwischen Neugierde und Frust gefangen

Einerseits war ich zwar neugierig und gespannt, wie es mir ergehen würde, andererseits frustriert. Mein sorgsam ondulierter Pagenkopf fiel bei der ersten Wallung wie ein Soufflé zusammen, Wimperntusche und Make-up zerrannen, und meine Kleidung war nach jeder Wallung unangenehm durchfeuchtet. Am schlimmsten aber war, wenn mich danach eine kühle Brise traf und ich direttissima vom Schwitzen ins Frösteln geriet.

Die feinen Rinnsale, im Nacken, Dekolleté, meiner Po-Falte und in den Kniekehlen klebten nasskalt und äußerst nachhaltig an meiner körpernahen Kleidung und meiner Strumpfhose. Und: Ich wurde meinem Anspruch perfekter Schönheit nicht mehr gerecht. Das Schicksal war aber zumindest so gnädig, mir entweder mehrmaligen Nachtschweiß ODER Gliederschmerzen zu bescheren, aber nie beides zeitgleich. Meine Familie hat erstaunlicherweise nichts davon wahrgenommen. Und wenn ich unterwegs war, habe ich versucht meine Malaise möglichst zu kaschieren, was mir, glaube ich, recht gut gelungen ist.

Neue Styling-Herausforderungen

Auch mein Styling musste ich den neuen Gegebenheiten anpassen: möglichst schnelltrocknende Unterwäsche, die bestenfalls auch als modisches Top durchgehen kann, vornehmlich Klima- und atmungsaktive Stoffe, zumindest dreifacher Layer-Look, Westen statt Pullis, lockere Tops, Kniestrümpfe statt Strumpfhosen, leichtere Foundations und wasserfeste Wimperntuschen. Ich trage immer noch die Idee in mir, eine kleine Basic-Modekollektion zu lancieren, die diese Kriterien erfüllt, denn es gibt kaum Adäquates oder Schickes in „normalen“ Modekollektionen.

Und jetzt: Was tun?

CBD, Jamswurzel, Rotklee & Co. haben nicht geholfen, Hormone nehmen wollte ich nicht. Also recherchierte ich im Internet, deckte mich mit medizinisch orientierten Büchern über die Ursachen der verschiedenen Beschwerden ein, interviewte verschiedene Ärztinnen und Ärzte und schrieb mich in etlichen Facebook-Foren ein, um die Erfahrungen anderer Frauen zu kennenzulernen. Ebenfalls ein Schwerpunkt meiner Untersuchungen: die verschiedenen Lebenszyklen von Frauen – medizinisch, philosophisch sowie kulturspezifisch. Und ich habe als Astrologin natürlich mein Horoskop analysiert, um meine Zustände astromedizinisch zuzuordnen. Darüber habe ich auch eine umfassende Umfrage mit mehr als 120 Frauen gemacht.

Wie ein Phönix aus der Asche

Meine Erkenntnisse habe ich im Projekt „Phönix Zyklus“ zusammengefasst. Es basiert auf der These, dass mittels psychologischer Astrologie bestimmte Präpositionen und etliche unbewusste Gründe individueller Wechselbeschwerden, erkennbar sind. Anhand der kosmischen Prinzipien lassen sich höchst individuelle psychologische Programmierungen bzw. Affirmationen und gegebenenfalls körperliche Maßnahmen wie passende Ernährung, Nahrungsergänzung, Trainingsmethoden (Yoga, diverse Sportarten, etc.) Behandlungen (TCM, Massagen, Hormone) finden, die etwaige Beschwerden lindern. Die Zielrichtung ist damit nicht das Symptom, sondern die energetische Ursache – der „Energieknoten“ – dahinter.

Mein Selbstversuch

Nach einigen Monaten Selbstversuch plagten mich kaum mehr Hitzewallungen – wenn doch, dann nur sehr milde und quasi ohne Transpiration, die nächtlichen Gliederschmerzen begleiteten mich länger. Später hatte ich, außer bei sehr fordernden Lebensumständen, wie sie die Pandemie immer wieder bescherte, keine nennenswerten Beschwerden mehr. Dies schreibe ich der Kombination von Bikram Yoga, Tai-Chi, EMS, Joggen, Sprossen und speziellen Mineralien und Vitaminen sowie und vor allem psychologischen Selbstreflektionen zu.

Zwiegespräche mit meinem Körper

Nachdem die medizinischen Erklärungsmodelle betreffend Menopause-Beschwerden höchst unterschiedliche, oft widersprüchliche Thesen vertreten, habe ich versucht, mich mit meinem Körper zu arrangieren, ihn zu verstehen und zu akzeptieren. Es ist schließlich nicht verwunderlich, dass er in biochemische Panik gerät, wenn wichtige Hormone und Botenstoffe fehlen oder wichtige Prozesse außer Balance geraten. Dass er es durch Wallungen, Schwitzen oder sonstige Reaktionen kundtut, spricht eigentlich dafür, dass er gut funktioniert.

Ich habe meinem Körper gesagt, dass das okay ist und dass er bald merken wird, dass er das alles nicht mehr benötigt – und ich habe mit ihm einen Deal geschlossen. Ich kümmere mich mehr um ihn und er meldet mir dafür nicht mehr ständig seine Befindlichkeiten auf unangenehme Weise. Okay, beim Beckenboden habe ich mich nicht darangehalten. Als ich merkte, dass die Muskulatur beim Nießen und Husten nicht mehr ausreichend ist, habe ich dies schnell mit intensiver Magnetfeldstimulationstherapie kompensiert, jetzt passt alles wieder.

Die weise Frau in mir

Ebenso groß wie die physische Umstellung ist auch psychische Veränderung. Mein Weg von der gebärfähigen Frau und Mutter sowie berufsfokussierten Business Woman zur „weisen Philanthropin,“ die ich gerne sein möchte, war spannend, aber nicht leicht – und ich arbeite immer noch daran. Die Pandemie hat vieles verstärkt und beschleunigt. Langfristige Trends finde ich noch viel interessanter, saisonale Modeerscheinungen empfinde ich als nicht relevant.

Daher tangiert mich auch Lifestylejournalismus nur mehr peripher. Bei Style Coachings, Personal Shopping Aufträgen oder Horoskop-Interpretationen mit dem Wesen meiner Klient:innen zu arbeiten und dies über äußere Veränderungen und innere Anregungen zu stärken, finde ich wesentlich erfüllender. Ich habe mich in den letzten Jahren besonders bemüht, meinen Anlagen sowie den Bedürfnissen, wie ich leben möchte, gerechter zu werden und weniger den Vorstellungen anderer zu entsprechen.

Zeitlos schön und unvergleichbar

Der Körper verändert sich schon seit der Geburt ständig – also ist es normal, dass er es auch im Wechsel tut. Wir haben nur bis zu einem gewissen Grad Einfluss darüber, manche mehr und andere weniger. Ich habe Glück. Um mein Gewicht zu halten, esse ich, wenn möglich, nur wenn ich hungrig bin, dann aber dafür so viel ich möchte und worauf ich Lust habe.  Beachte ich dies nicht, nehme ich zu und das Abnehmen dauert viel länger als früher.  Etliche einzelne Haare sind weiß, noch töne ich meinen Schopf, da es mir besser gefällt.

Falten, Fältchen und der Spannkraftverlust im Gesicht und am Körper werden stärker – aber mit all dem kann ich gut leben. Schönheit im Zeitlosen und Wichtigen zu finden und nicht in austauschbarem Vergänglichen ist meine Devise. Auch mich nehme ich mit bald 58 Jahren, als „zeitlos“ wahr. Ich habe noch nie irgendwelchen Klischees entsprochen. Möglicherweise fällt es mir daher auch jetzt leicht, mich nicht zu vergleichen und ich bemühe mich auch jede andere Frau in ihrer Einzigartigkeit wahrzunehmen – ganz gleich wie alt sie ist.

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