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Wechselsymptome

Susanne Liedtke: "Ich bin die geworden, die ich immer sein wollte."

Die Unternehmerin gehört zu den wichtigsten Frauen, die im deutschsprachigen Raum den Wechsel enttabuisieren. Mit uns teilt sie ihre persönliche Geschichte.

Hallo aus Hamburg! Ich bin Susanne, Jahrgang 1969 und wohne mit meinem Freund in einem kleinen Häuschen, wir haben vier Kinder, jeder von uns zwei. Ich wurde mit 23 Jahren Mutter und finde ich es jetzt toll, so große, erwachsene Kinder zu haben. Insofern ist mein Hobby auch meine Familie, ansonsten koche ich sehr gerne, wühle in meinem winzigen Garten und bin insgesamt gerne draußen an der frischen Luft. Noch befinde ich mich im Wechsel, das Thema hat mich schon allerdings schon davor interessiert. Meine Mutter hatte damit eine sehr schwere Zeit, und ich wollte rechtzeitig auf mich achten.

Wortfindungsstörungen und Trockenheit

Der Prozess begann mit Anfang Vierzig mit Durchschlafstörungen. Nachts kreisten meine Gedanken, was ich von mir so gar nicht kannte. Früher wurde ich fast ausgelacht, weil ich immer so fest schlief und auch überall schlafen konnte. Dann wurde mein Periodenblut weniger und brauner und Haut, Nägel und Haare trockener. Wann immer ich mir mal eine Kosmetikbehandlung gönnte, hörte ich nur: „Ihre Haut ist sooo trocken, Frau Liedtke.” Und ich dachte, was mache ich nur falsch? Meine Hausärztin sah meine Nägel irritiert an und untersuchte dann aber doch (auf meine Kosten) mein Blut. Ich hatte auf allen Ebenen einen Mikronährstoffmangel, was ja per se nicht unbedingt etwas mit den Wechseljahren zu tun hat. Es hilft aber auch nicht gerade. Also begann ich, mit Nahrungsergänzungsmitteln aufzufüllen, was fehlte und änderte meine Ernährung.

Ein leichtes PMS schlich sich ein, in der Woche vor der Periode war ich schlecht gelaunt und bekam Verstopfung, egal, was ich aß. Ganz langsam wurde auch meine Libido schwächer. Alles fühlte sich weniger intensiv an. Und mit ca. 45 Jahren begannen meine Konzentrationsprobleme, ich hatte Wortfindungsstörungen und dachte zunächst, ich würde an einer frühen Form der Demenz leiden. Mein Vater war dement und so lag das für mich nahe. Mit 48 dann hatte ich an der linken Seite eine Schulterdachreizung und war auf dem Weg zur „Frozen Shoulder“, dann mit 51 fing es an der anderen Schulter an.

An manchen Tagen war mein Selbstwertgefühl im Keller, die sonst immer vorhandene Energie einfach nicht mehr da. Auch schaffte ich mit dem Fahrrad nicht mehr die gleichen Strecken wie sonst. Es war so, als ob ich monatlich weniger Muskelmasse zur Verfügung hatte. Und vor ca. zwei Jahren begann ein Brennen in der Vagina. Mir wurde dann gesagt, dass dies erst in der Postmenopause auftritt, aber es wurde eindeutig mit der vaginalen Gabe von Intrarosa (DHEA) und Estriol-Salbe besser. Also hing es mit dem Rückgang der Hormone zusammen.

Jedenfalls begann ich ab Mitte Vierzig viele Bücher zu lesen. und auf einmal fiel es mir wie Schuppen von den Augen: ich war mitten in der Perimenopause, und so wurde dann auch zusammen mit meiner damaligen Mitgründerin die Idee für NOBODYTOLDME geboren.

Die Wechseljahre sind unterfinanziert

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Als meine damalige Mitgründerin vorschlug, sich die Wechseljahre als Thema vorzunehmen, war mein erster Gedanke: „Ich glaube nicht.” Wechseljahre waren und sind immer noch so stigmatisiert. Aber dann dachte ich: Genau das werden wir machen. Als es dann vor drei Jahren mit NOBODYTOLDME losging, wollte aber niemand über die Wechseljahre sprechen. In meinem Freundinnenkreis war das kein Thema. Außer für meine Freundin Paula Paul, die Schauspielerin gab mir ein schonungslos offenes Interview.

Ich habe aber auch im Austausch mit Business Angeln bemerkt, dass der Wechsel kein Selbstgänger ist. Ich wollte Geld einsammeln, um ein richtig großes Startup aufzuziehen, und da sind die Wechseljahre leider eher unsexy. Sie verkaufen sich nicht so gut. Da wird lieber in Mental Health-Startups investiert. Aber vielleicht hat auch einfach mein vorgeschlagenes Geschäftsmodell nicht gefallen. Insgesamt sind – verglichen mit allen Themen der Frauengesundheit – die Wechseljahre unterfinanziert. Verglichen mit dem männlichen Pendant – der erektilen Dysfunktion: Allein 2019 ging mehr Funding in nur zwei Startups, die dieses Thema behandeln, als in allen Wechseljahrs-Startups der vergangenen 10 Jahre (Link: Quelle). Was für eine himmelschreiende Ungleichverteilung von Investorengeld!

Auf der Suche nach der besten Lösung

Heute ernähre ich mich überwiegend nach den Prinzipien des „Body Re:sets“. Das ist eine anti-entzündliche Ernährung, die überwiegend pflanzlich ist und auf Zucker, Milch, Milchprodukte, Alkohol, rotes Fleisch, Wurstwaren und Gluten weitestgehend verzichtet bzw. stark einschränkt. Bewegt habe ich mich immer schon viel, auch ohne ins Fitnessstudio zu gehen. Aber nun habe ich das 7-Minute-Training für mich entdeckt. An guten Tagen starte ich damit in den Tag und danach geht sogar eine kurze, kalte Dusche.

Außerdem habe ich in den letzten Jahren alles ausprobiert, was mir irgendwie helfen könnte. Tee mit Frauenmantel, Maca – das peruanische Ginseng, lokal Estriol und Intrarosa gegen das urogenitale Menopausen Syndrom, Testosteron gegen den Libidoverlust, DHEA, Hormon-Therapie nach der Rimkus-Methode, Hormon-Therapie nach der Schulmedizin. Ich wollte einfach für mich herausfinden, was nach Abwägung aller Risiken und Chancen das Beste, aber auch Machbarste für mich ist. Zudem habe ich mein Stresslevel deutlich heruntergefahren, mich von unguten Beziehungen befreit und neue Freundschaften mit mir wohlgesonnen Menschen geschlossen.

Nun heißt es: zurückgeben, mir und anderen

Ich habe gelernt, dass es nicht die eine Sache oder die eine Pille ist, die hilft und dass es auch nicht wieder zurück zum 35-jährigen Körper geht. Es ist eher ein Prozess, bei dem sich vieles für mich relativiert hat, meine Prioritäten haben sich verändert und ich gebe heute mehr auf mich Acht. Ich sehe heute meinen Körper als eine Freundin an, zu der ich eine gute Beziehung haben möchte – weil dann so viel mehr zurückkommt. Ich hatte diese Beziehung für selbstverständlich genommen, aber ab 40 verzeiht dir dein Körper vieles nicht mehr. Dann heißt es zurückzugeben.

Heute fühle ich mich frei und sehr klar. Ruhiger, weiser und freier. Ich habe schon viel erlebt und kann vieles weitergeben. Das Älterwerden macht mir keine Angst mehr. Ich bin die geworden, die ich immer sein wollte. Gleichzeitig gibt es immer wieder neue Herausforderungen. Auch gehe ich heute Baustellen an, die ich bisher eher verdrängt hatte. Es ist ein lebenslanger Prozess des Lernens, ich versuche Hürden immer auch als Chance für neues Glück zu sehen. Gelingt natürlich nicht immer.

Was hilfreich ist: Dass ich mich mit den Wechseljahren auch beruflich auseinandersetze: Den Begriff der „Perimenopause“ habe ich zum ersten Mal mit 49 Jahren gehört. Niemand hatte mir erzählt, dass schon vor der letzten Periode ein so mächtiger und tiefgreifender Prozess beginnt und dass die Wechseljahre quasi die Umkehr der Pubertät sind. Die Vielfalt an Meinungen war verwirrend und das Angebot an Produkten hat mich überhaupt nicht angesprochen. Deshalb gibt es heute NOBODYTOLDME. Ich hing meinen Job bei „Google“ an den Nagel, um aufzuräumen mit dem Tabu der Menopause und um Produkte anzubieten, die nachweislich helfen können. Damit sich nicht jede Frau ab 40 allein auf die Reise begeben muss.

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