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Wechselsymptome

Daniela Krammer: „Kein Sax bei Beckenboden-Problemen.“

Als „Saxolady“ hat sie Musik im Blut. Doch mit den Wechseljahren wurde ihr Beckenboden schwächer – ein Problem für die Musikerin, Komponistin und Sängerin

Es ist nicht so, dass es von heute auf morgen beginnt. Und niemand ist da, der dich beruhigt und dir sagt: Mach dir keine Sorgen, dein hoher Blutverlust bei der Regel, dein niedriger Eisenspiegel, deine emotionalen Ausbrüche sind kein schwerwiegendes gesundheitliches Problem – das sind einfach Anzeichen des beginnenden Wechsels. Irgendwann mit Mitte 40 war es so weit. Alterserscheinung, dachte ich. Heute bin ich 53 und weiß es besser.

Muss ich mich halt besser ernähren, dachte ich damals. Mehr Sport machen und zwischen meinen Chauffeurdiensten für meine beiden halbwüchsigen Söhne von Sport- zum Musikunterricht und meinem Job als freiberufliche Musikerin, Saxophonistin, Komponistin und Sängerin eine bessere Balance finden. Dachte ich.

Diese „bessere Balance“ ist ein großes Ideal, dem man als berufstätige Mutter Zeit seines Lebens hinterherrennt – und es selten bis nie erreicht. Erst macht man sich Sorgen, ob genug Zeit für Kinder und genug Zeit für den Job bleibt. Dann macht man sich Sorgen, dass die Kinder größer, selbstständiger werden, ihre Mutter nicht mehr so brauchen – und ob man alles für sie getan hat, was man eben tun kann. Und dann macht man sich Sorgen, ob die vielen Sorgen den Kids eh nicht geschadet haben.

Balance und Beckenboden

Und dann gibt es auch noch die Balance, die man als Künstlerin immer wieder sucht. Jene zwischen künstlerischem Ausdruck und Auftritten, die die Rechnungen bezahlen. Aber das ist eine andere Geschichte. Was für uns Musikerinnen – vor allem jene an Blasinstrumenten – eine große Sache in den Wechseljahren ist: der schwächelnde Beckenboden.

Zum besseren Verständnis: wir sind ab dem Studium damit beschäftigt, zu beweisen, dass wir unser Instrument genauso gut beherrschen wie unsere männlichen Kollegen – und dann fängt mit Anfang 50 an, der Beckenboden Spompanadeln zu machen, jedenfalls bei mir war das so. Bei uns Instrumentalistinnen hat das auch mit der Kraft des Zwerchfells zu tun, da man ja beim Blasen immer auch Druck nach unten ausübt. Aber über solche Themen redet MANN halt nicht. Und FRAU auch viel zu wenig. Weil es uns peinlich ist. Und doch ganz offensichtlich ein Problem, das viele haben.  

Physiotherapie und Hormonersatz

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Die Organe im Inneren des Körpers sind durch Bindegewebe und Muskeln so fest miteinander verbunden, dass sie an ihrem Platz bleiben. Gerade bei Frauen kann es zu einer Schwächung des Bindegewebes im Beckenboden kommen, oft passiert es mit den Jahren und im Wechsel. Dann können die Gebärmutter, die Harnblase oder der Mastdarm absinken. Zum Glück hatte ich eine Gynäkologin, die mich bei den ersten Anzeichen zur Physiotherapie geschickt hat. Nicht in eine Beckenboden-Beratung, nicht zu Beckenboden-Spezialist:innen, sondern in eine schulmedizinische Physiotherapie samt Massagen.

Das war das Beste, das mir passieren konnte. Die Übungen müssen zwar täglich gemacht werden, bringen aber wirklich Stabilität in diesem heiklen Bereich des Körpers. Der nächste Gynäkologe (ja, männlich, die Frau Doktor ging in Pension, was sehr schade war) schlug mir eine Operation vor, weil das doch viel bequemer wäre. Ich blieb aber lieber bei den täglichen Übungen. Und dann war da noch eine Aufstellungs-Therapeutin, die mir sagte: „Ja, der Wechsel ist eine Zumutung!“ Auch wenn ich heute dank Training und Hormonersatz-Therapie weiß, dass das nicht unbedingt sein muss – dieser Sager hat auch ordentlich diesen Druck rausgenommen.

Guter Rat vom Sax-Professor

Je älter man wird, desto klarer wird man. Glücklicherweise gibt es in meinem Leben ebenso privat ein paar Menschen, die mir geholfen haben, das Streben nach Perfektion und Selbst-Optimierung abzulegen. Da war etwa mein Sax-Professor Klaus Dickbauer, der mir bei einem seiner Konzerte in der Pause vor ein paar Jahren sagte: „Unbedingt trainieren, Mädl, zum Saxophon-Spielen brauchst du einen gesunden Rücken!“ Danke dafür, ich glaube, es war ihm gar nicht bewusst, wie sehr er mir mit diesem Satz geholfen hat. Er hat mir nämlich klargemacht, dass dies nicht nur ein Frauen-Thema ist, sondern speziell auch ein Saxophonist:innen-Thema, das sich nur unterschiedlich bemerkbar macht.

Der Wechsel als Herausforderung

Als Musikerin auf der Bühne immer strahlend und perfekt zu sein, ist immer schon eine Herausforderung gewesen. Ob das Kind gerade krank daheim liegt, ob du gerade mit deinem Mann einen bösen Streit hattest, ob die Mutter gerade eine Herzoperation hat – all das hat beim Auftritt vor Publikum nichts verloren. Mit dem Wechsel wurde diese Gefühlsachterbahn zur Hochschaubahn mit steilen Kurven und Gefällen. Zu den normalen Stolpersteinen des Alltags kommen dann noch skurrile Situationen, in denen man seinen Pianisten bittet, ein besonders langes Solo zu spielen, weil man spürt, dass weder Binde noch Tampon den kommenden Blutfluss aufhalten können. Einen schwachen Beckenboden allerdings könnte man mit solchen Tricks nicht umgehen.

Es passiert uns allen. Der Wechsel schmeißt unsere Ich-Erfahrung erneut und ähnlich durcheinander wie die Pubertät. Und gerade deshalb tut es so gut, hier einen Platz zu haben, an dem wir Frauen uns gegenseitig bestätigen und supporten können. Das Mantra? Wir sind nicht allein. Es gibt Hilfe. Danke.

Ihr wollt Daniela hören? Jetzt reinhören: Hier geht es zum aktuellen Album „Leise Lieder“.

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