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Wechselsymptome

Claudia Ginalski: „Auch das Thema Blasenschwäche gehört enttabuisiert!

Mutig spricht die Unternehmerin über ein Tabuthema, das viele Frauen oft im Wechsel betrifft: Belastungsinkontinenz. Durch eine OP fand sie wieder zu mehr Lebensqualität

Eines vor ab: ich bin noch nicht in den Wechseljahren. Aber ich bin keine Freundin von Tabus, vor allem wenn sie für das eigene und allgemeine Wohlbefinden so schädlich sind. Dieses Thema – so schambehaftet es sein mag – ist mir wirklich wichtig. 

Und ich hoffe, dass ich mit meinen Worten viele Frauen erreichen und hoffentlich auch erleichtern kann – das Leben ist zu kurz, um es sich von Dingen vermiesen zu lassen, die man mit entsprechender Kommunikation und Expertise beheben kann. Und ja, auch die Entkrampfung des unangenehmen Themas “Blasenschwäche“ durch Gelassenheit und Humor funktioniert ganz hervorragend.

Diagnose Belastungsinkontinenz

Wer bin ich also? Unternehmerin, Biersommelière und diplomierte Lebens- & Sozialberaterin, 49 Jahre jung, verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Söhnen. Man kann also beruhigt sagen: Ich bin schon einiges gewohnt, aber Blasenschwäche gehörte da niemals dazu. 2017, es war auf einer Feier mit der Familie, wurde herzhaft gelacht. Kein verhaltenes Kichern, sondern großes Gelächter – so wie es nun mal eben sein soll. Plötzlich bemerkte ich: Das hält nicht mehr – und schon waren sie da. Die Tröpfchen – nein, seien wir uns ehrlich: der Wasserfall in meiner Hose.

Zum Schreck gesellte sich der Schock. Ich war doch gerade mal 44 Jahre alt? Ist das nicht deutlich zu jung für das, was wir unter Blasenschwäche oder gar Inkontinenz verstehen? Wie würde sich die Sache nun weiter entwickeln? Tausend Gedanken – und kein einziger angenehmer darunter. Gut, ich habe mehrere Schwangerschaften hinter mir, aber darf das wirklich sein?

Darüber reden? Kam nicht in Frage!

Ich beobachte mein Verhalten genau, überwachte wie ich mich beim Niesen, Lachen, Heben fühlte – doch leider: Auch wenn ich kurz davor auf der Toilette war, meldete sich meine Blase. Die Beckenbodentraining-Videos aus dem Internet brachten auch nicht den ersehnten Erfolg – Und darüber reden? Ach, das kam gar nicht in Frage. An wen sollte ich mich wenden, nicht mal an meinen Ehemann – sowas ist doch bitte kein Thema, das in der Beziehung besprochen gehört. Und zum lockeren Plaudern mit Freundinnen passt es auch nicht.

Schamgefühle und untaugliche Therapien

Große Schamgefühle plagten mich – aber dafür wenigstens keine Schmerzen, und auch in der Sexualität lief alles wie am Schnürchen. Also ging ich zum Gynäkologen meines Vertrauens: Er verschrieb mir eine Salbe zur Stärkung des Gewebes. Durch eine örtliche Behandlung mit einer östrogenhaltigen Creme soll bei Blasenschwäche eine gewisse Besserung erreicht werden können – vor allem wenn man keine 20 Jahre mehr jung ist oder generell eine hormonelle Disbalance aufweist.

Zusätzlich trainierte ich weiter fleißig meinen Beckenboden und belegte sogar einen von der SVS gestützten Kurs zum Thema. Der war nett, aber gebracht hat er nicht wirklich viel.

Die Rettung: das „Tension-free Vaginal Tape“

Die Jahre vergingen, fünf waren es – es ist erstaunlich wie lange man ein Leben voll Slipeinlagen, Binden und Arztgesprächen als gegeben hinnimmt. Vielleicht weil ein operativer Eingriff doch immer einen gewissen Leidensdruck voraussetzt. Aber ich wollte wieder lachen, heben, hüpfen ohne die Angst, dass etwas wortwörtlich in die Hose geht. Es musste Schluss damit sein – ich beschäftigte mich aktiv mit der Idee eines TVT-Blasenbands.

TVT ist eine Abkürzung für „Tension-free Vaginal Tape“ und stellt eine Behandlungsmöglichkeit der Belastungsinkontinenz dar. Es handelt sich dabei um ein kleines Kunststoffband, das in einer minimal-invasiven Operation um die Harnröhre unterhalb der Blase gelegt wird, um sie zu stützen und ein Widerlager zu bilden, das bei einer Druckerhöhung im Bauchraum (z.B. beim Niesen oder Lachen) einen unkontrollierten Harnabgang verhindert.

OP-Trip in die Schweiz

Ich recherchierte und recherchierte und fühlte mich schlussendlich durch den Internet-Auftritt und die Videos einer Schweizer Klinik angesprochen. Eine Patientin berichtete dort von ihrem Leidensweg, aber auch von ihren Erfahrungen mit dem Eingriff – und meine Angst davor schwand. Auch mein Mann begrüßte die Entscheidung nach vielen Gesprächen, weil er (ein-)gesehen hatte, dass ich mich in meinem Körper nicht mehr wohlfühlte.

Am 20. Jänner 2022 um 7 Uhr 30 morgens (so was vergisst man nicht) war es dann so weit – nach einigen Terminen und aufklärenden Gesprächen zu möglichen Nebenwirkungen fand die Operation statt. Sie verlief sehr zufriedenstellend, aber richtig aufregend wird es erst, wenn danach die Behandelnden den Katheder entfernen. Davor heißt es: viel trinken. Danach sieht man, ob das TVT -Band beim selbstständigen Urinieren seine versprochene Wirkung zeigt. Tat es! Erst zögerlich, dann ganz.

Ein neues Lebensgefühl

Noch am selben Abend war für mich klar: Ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Am nächsten Tag ging es nach einer Ultraschalluntersuchung (Blase und Restharn mussten kontrolliert werden) nach Hause. Zum Schonen. Drei Wochen soll in dieser Erholungsphase nicht schwer gehoben werden, Sex ist sogar sechs Wochen lang gestrichen – aber was ist diese kurze Zeit schon im Vergleich zu fünf Jahren?

Jetzt, vier Wochen nach der OP, kann ich mein Glück und das neue Lebensgefühl mit seiner 90prozentigen „Dichtheit“ kaum fassen. Keine Tröpfchen, kein Wasserfall, kein ewiger Druck auf der Blase obwohl gerade erst entleert.

Zum Abschluss noch: Die Beckenboden-Übungen sollen unbedingt weiter praktiziert werden – denn ich und mein neues TVT-Band brauchen auch weiterhin diese Unterstützung. Es gibt mittlerweile auch viele gute mechanische und sogar digital unterstützte Hilfsmittel – vom „Kegel-Trainer“ bis zu hin zu den berühmten Liebeskugeln.

Aufstehen, dichthalten und das Leben genießen

So, das waren jetzt ziemlich viele Tabu-Themen auf einem Haufen. Aber wer A sagt, muss wohl auch B wie Belastungsinkontinenz sagen. Nur deutliche Worte verschaffen auch Leidensgenossinnen den Durchblick und vielleicht auch die ersehnte Erleichterung.

Ich möchte mit diesem Beitrag ein deutliches Zeichen setzen. Egal wie alt oder jung, egal ob nach Schwangerschaften oder nicht, egal ob Sportlerin oder Couchpotato, egal ob schlank oder übergewichtig: Es kann jede Frau treffen und es ist nicht notwendig, sich zu verstecken. Jetzt heißt aufstehen, dichthalten und das Leben genießen – und da hat eine Blaseninkontinenz sicher nichts verloren. Have Fun, Mädels!

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