Die Begriffe Menopause und Wechseljahre werden oft synonym verwendet. Tatsächlich meinen sie aber nicht dasselbe. Genau diese Verwechslung führt oft zu Missverständnissen – und dazu, dass viele Frauen glauben, nach der Menopause sind die Wechseljahre vorbei. Dabei beginnt für viele die hormonell besonders intensive Phase erst dann. Im folgenden Beitrag wollen wir die wichtigsten Begriffe und die Besonderheiten der einzelnen Phasen der Wechseljahre näher erklären.
Wechseljahre: Was bedeutet der Begriff genau?
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Die Wechseljahre beschreiben den gesamten Übergang von der fruchtbaren Lebensphase bis in die Zeit danach. Medizinisch wird dieser Zeitraum in mehrere Phasen eingeteilt:
- Prämenopause (prä = davor)
- Perimenopause (peri = rundherum)
- Menopause
- Postmenopause (post = danach)
Die Beschwerden und hormonellen Veränderungen unterscheiden sich je nach Phase deutlich.
In der medizinischen Literatur wird auch der Begriff Klimakterium für Wechseljahre verwendet.
Menopause: Warum ist sie nur ein einziger Zeitpunkt?
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Die Menopause dagegen ist kein längerer Lebensabschnitt, sondern ein Zeitpunkt: nämlich die letzte spontane Monatsblutung im Leben einer Frau.
Da man erst im Nachhinein sicher weiß, dass keine weitere Blutung mehr kommt, wird die Menopause offiziell rückblickend festgestellt: Wenn eine Frau 12 Monate lang keine Regelblutung mehr hatte, gilt der Zeitpunkt der letzten Blutung als Menopause.
Das Durchschnittsalter liegt im deutschsprachigen Raum bei etwa 51 Jahren.
Prämenopause: Die ersten hormonellen Veränderungen
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Die ersten hormonellen Veränderungen beginnen oft schon Jahre vor der letzten Regelblutung – häufig unbemerkt oder falsch eingeordnet. Die typischen Beschwerden der Prämenopause sind durch das Absinken des Hormons Progesteron geprägt.
Der Auslöser: Wenn die ovarielle Reserve – also die Menge an Eizellen, die wir zur Verfügung haben, – an ihr Ende kommt, bleiben Eisprünge immer häufiger aus. Progesteron wird nach dem Eisprung gebildet und wirkt im Körper unter anderem beruhigend, schlaffördernd, ausgleichend und stabilisiert den Zyklus. Bleibt der Eisprung aus, produziert der Körper weniger Progesteron – oft viele Jahre bevor der Östrogenspiegel deutlich abfällt.
Typische Folgen können sein:
- verkürzte Zyklen
- stärkere oder unregelmäßige Blutungen
- Brustspannen
- Reizbarkeit
- Nervosität
- Schlafstörungen
- Stimmungsschwankungen
- das Gefühl eines ewigen PMS
Hinzu kommt: Während Progesteron bereits sinkt, ist Östrogen häufig noch ausreichend vorhanden oder schwankt stark. Dadurch entsteht zeitweise eine relative Dominanz von Östrogen gegenüber Progesteron. Das kann Beschwerden wie Brustspannen, Wassereinlagerungen, Migräne oder stärkere Blutungen zusätzlich verstärken.
Das Entscheidende: Östrogen fällt in dieser Phase oft noch gar nicht oder nur langsam ab. Viele Frauen haben deshalb bereits Beschwerden, obwohl Laborwerte noch normal erscheinen.
Perimenopause: Die Phase der starken Hormonschwankungen
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Die Perimenopause umfasst die Jahre rund um die Menopause – also die Zeit kurz davor und etwa ein Jahr danach.
Jetzt geraten die Hormone zunehmend ins Schwanken. Die Eierstöcke arbeiten unregelmäßig, Eisprünge bleiben häufiger aus und die Hormonspiegel verändern sich teils abrupt.
Charakteristisch sind:
- unregelmäßige oder ausbleibende Blutungen
- starke hormonelle Schwankungen
- Schlafprobleme
- innere Unruhe
- Stimmungsschwankungen
- erste Hitzewallungen
- Konzentrationsprobleme
In dieser Phase kann der Östrogenspiegel zeitweise noch hoch sein – und dann plötzlich stark absinken. Viele Frauen erleben diese Jahre deshalb als besonders belastend.
Menopause: Was passiert im Körper?
Mit der Menopause endet die hormonelle Aktivität der Eierstöcke weitgehend. Die Produktion von Östrogen und Progesteron bricht deutlich ein.
Vor allem der plötzliche Östrogenmangel führt nun häufig zu den klassischen Wechselbeschwerden:
- Hitzewallungen
- nächtliches Schwitzen
- Schlafstörungen
- Gelenkbeschwerden
- trockene Schleimhäute
- vaginale Trockenheit
- Libidoveränderungen
- Stimmungsschwankungen
Die Menopause markiert also nicht das Ende der Wechseljahre, sie ist eher ein Wendepunkt innerhalb dieses längeren hormonellen Übergangs.
Postmenopause: Was kommt nach der Menopause?
Als Postmenopause bezeichnet man die Jahre nach der Menopause.
Die Hormone bleiben jetzt dauerhaft auf niedrigem Niveau. Der Körper stellt sich langsam auf die neue hormonelle Situation ein. Manche Beschwerden bessern sich wieder, andere können neu entstehen oder bestehen bleiben.
Besonders wichtig werden jetzt Themen wie:
- Knochengesundheit
- Herz-Kreislauf-Risiko
- Muskelabbau
- Haut und Schleimhäute
- Schlaf
- Stoffwechsel
Gleichzeitig berichten viele Frauen auch von positiven Veränderungen: mehr Gelassenheit, weniger Zyklusbeschwerden und ein neues Körpergefühl.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wechseljahre = der gesamte hormonelle Übergang über mehrere Jahre
- Menopause = die letzte Menstruation, also ein einzelner Zeitpunkt
- In der Prämenopause sinkt zuerst Progesteron
- Erst später fällt auch Östrogen deutlich ab
- Die typischen Hitzewallungen beginnen häufig rund um oder nach der Menopause
- Nach der Menopause folgen noch viele Jahre der Postmenopause
Die Wechseljahre hören also nicht mit der Menopause auf – für viele Frauen beginnt dann erst ein neuer Abschnitt.
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