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Hormone

Progesteron oder Östrogen? Hormone in der Prämenopause richtig dosieren

Welches Hormon bei welchen Wechseljahressymptomen? Wann hilft Progesteron, wann Östrogen? PMS-Beschwerden erfordern eine andere Therapie als Hitzewallungen.

Die Prämenopause bezeichnet die Phase vor den Wechseljahren, in der die Hormonproduktion bereits schwankt, aber die Menstruation noch nicht vollständig ausgeblieben ist. Typischerweise beginnt diese Phase zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. In dieser Zeit treten oft erste Beschwerden auf, die auf einen Mangel an Progesteron oder Östrogen hinweisen können. Doch welches Hormon fehlt wann? Und wie findet man die richtige Dosierung? Dr. Doris Maria Gruber, Fachärztin für Gynäkologie, erklärt die Zusammenhänge. 

Bei welchen Wechseljahressymptomen brauche ich Progesteron? 

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Viele Frauen in der Prämenopause beschreiben sich selbst als aggressiv, wütend, unerträglich. Sie sagen: „Ich bin grantig und eine Belastung für mich selbst und die Familie. Ich werde zur Furie. Und dann kommt die Blutung und alles ist wieder paletti“, schildert die Expertin typische Erzählungen von Patientinnen. Trifft das auf dich zu? Dann weißt du jetzt: Diese Beschreibung ist typisch für einen Progesteronmangel. 

Progesteron ist das Wohlfühlhormon der zweiten Zyklushälfte. Es wirkt beruhigend, ausgleichend und stimmungsstabilisierend. Fehlt es, entstehen die klassischen PMS-Symptome wie Reizbarkeit, depressive Verstimmungen, innere Anspannung und Stimmungsschwankungen, die sich kurz vor der Menstruation verschlimmern und mit Einsetzen der Blutung schlagartig verbessern. 

Auch kann es dann zu Wassereinlagerungen kommen, von denen viele Frauen betroffen sind – besonders in der zweiten Zyklushälfte, wenn das Progesteron fehlt oder das Verhältnis zum Östrogen schwankt. 

Dosierung und Darreichungsformen von Progesteron 

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  • Oral: 10 bis 20 mg natürliches Progesteron täglich 
  • Vaginal: 50 bis 400 mg natürliches Progesteron 

Wichtig: Es handelt sich um natürliches, körpereigenes Progesteron – nicht um synthetische Gestagene, wie sie in der Pille oder anderen hormonellen Verhütungsmitteln verwendet werden. Natürliches Progesteron hat ein günstigeres Nebenwirkungsprofil und wird vom Körper besser vertragen. 

Bei welchen Wechseljahressymptomen brauche ich Östrogen? 

Ein Östrogenmangel zeigt sich ganz anders als ein Progesteronmangel. Typisch sind Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, die unerträglich wird, Hitze, die aufsteigt. Die Gelenke schmerzen und man merkt innerlich, dass sich etwas tut. Östrogen wird vorwiegend über die Haut oder vaginal angewendet – auch die orale Gabe ist sehr verbreitet. 

Weitere Anzeichen eines Östrogenmangels sind: 

  • Trockenheit der Schleimhäute (Scheidentrockenheit, vermehrt Harnwegsinfekte) 
  • Augentrockenheit, Mundtrockenheit, Hauttrockenheit 
  • Muskelbeschwerden: Ich komme überhaupt nicht mehr hoch, alles tut weh 
  • Konzentrationsstörungen und Gedächtnisprobleme 
  • Stimmungsschwankungen, die nicht zyklusgebunden sind 

Östrogen ist essenziell für Knochen, Gelenke, Haut, Schleimhäute, Gehirn und das Herz-Kreislauf-System. Ein Mangel macht sich daher vielfältig bemerkbar – oft zunächst durch die typischen Hitzewallungen und Schweißausbrüche, später durch die beschriebenen Muskel- und Gelenkbeschwerden. 

Wie werden Hormone in den Wechseljahren gemessen? 

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Für die Messung des Hormonspiegels hat sich die Serumbestimmung – die Blutabnahme – etabliert, erklärt Dr. Gruber. Sie ist problemlos von jedem Labor durchführbar und wird zudem von der Krankenkasse gezahlt. 

Für einen aussagekräftigen Hormonstatus empfiehlt sich die Blutabnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt im Zyklus: 

  • Bei regelmäßiger Blutung: am 3. bis 5. Zyklustag für Basiswerte 
  • Bei PMS-Beschwerden: zusätzlich in der zweiten Zyklushälfte (etwa Tag 21) 
  • Bei unregelmäßigen Zyklen: zu jedem Zeitpunkt möglich, mehrere Messungen können sinnvoll sein 

Die Blutabnahme zeigt die aktuellen Hormonspiegel von Östradiol, Progesteron, FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon). Diese Werte helfen, die Hormonlage einzuschätzen und die passende Therapie zu wählen, betont die Expertin. 

Was ist Östrogendominanz und wie vermeidet man sie? 

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Ein wichtiger Begriff in der Prämenopause ist die Östrogendominanz. Damit ist nicht gemeint, dass zu viel Östrogen im Körper ist, sondern dass das Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron gestört ist. Meist entwickelt sich eine solche durch einen Progesteronmangel bei noch normalen Östrogenspiegeln. 

Typische Symptome einer Östrogendominanz sind: 

  • Starke oder verlängerte Menstruationsblutungen 
  • Verstärkte PMS-Symptome 
  • Stimmungsschwankungen und Gereiztheit 

Das Vermeiden einer Östrogendominanz ist wichtig, betont Dr. Gruber. Dies gelingt durch eine gezielte Gabe von Progesteron, um das hormonelle Gleichgewicht wieder herzustellen. Eine unkritische Östrogengabe ohne vorherige Diagnostik kann eine bestehende Östrogendominanz verschlimmern. 

Was du für deine Hormongesundheit tun kannst 

Wenn du Symptome bemerkst, die auf einen Hormonmangel hindeuten, ist der erste Schritt ein Gespräch mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen. Beschreibe deine Beschwerden möglichst genau: Wann treten sie auf? Sind sie zyklusabhängig? Wie stark beeinträchtigen sie deinen Alltag? 

Eine Hormonbestimmung im Blut verschafft Klarheit über deine aktuelle Hormonlage. Auf Basis dieser Werte kann eine individuell angepasste Hormontherapie mit natürlichen, körperidenten Hormonen begonnen werden. Wichtig ist: Jede Frau ist anders. Was bei dir optimal wirkt, kann bei deiner Freundin zu viel oder zu wenig sein. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen und Anpassungen der Dosierung in den ersten Monaten wichtig. 

Auch Lebensstilfaktoren spielen eine Rolle: Ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung, genügend Protein und Omega-3-Fettsäuren, Stressmanagement und guter Schlaf unterstützen deine Hormonbalance. Diese Maßnahmen ersetzen keine notwendige Hormontherapie, können aber deren Wirkung verstärken und das Wohlbefinden zusätzlich verbessern. 

Fazit 

Die Perimenopause ist eine Phase des Übergangs, in der gezieltes Handeln viel bewirken kann. Wenn du vor der Menstruation zur „Furie“ wirst und mit Einsetzen der Blutung alles besser ist, spricht das für einen Progesteronmangel. Wenn du unter Hitzewallungen, Schlafstörungen und Gelenksschmerzen leidest, deutet das eher auf einen Östrogenmangel hin. 

Die gute Nachricht: Beide Mängel lassen sich durch eine individuell angepasste Hormontherapie gut behandeln. Es gibt wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die deine Lebensqualität deutlich verbessern können. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über deine Symptome, es lohnt sich! 

Das Wichtigste in Kürze 

Welche Symptome sind typisch für einen Progesteronmangel?

Progestronmangel zeigt sich vor allem in der zweiten Zyklushälfte. Du wirst aggressiv und gereizt – dazu kommen depressive Verstimmungen. Mit Einsetzen der Blutung verschwinden alle Symptome schlagartig. 

Welche Symptome sind typisch für einen Östrogenmangel?

Bei einem Östrogenmangel leidest du unter Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, allgemeiner Trockenheit und Konzentrationsstörungen. Die Symptome sind nicht zyklusabhängig, sondern dauerhaft. 

Wann und wie lasse ich meine Hormone in der Prämenopause messen?

Am besten durch eine Blutabnahme im Labor – das gibt ein erstes Bild. Bei regelmäßiger Blutung am 3. bis 5. Zyklustag für Basiswerte. Bei PMS-Beschwerden zusätzlich um Tag 21. Bei unregelmäßigen Zyklen können mehrere Messungen sinnvoll sein. 

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