Kollagenpulver im Morgenkaffee – was als Beauty-Geheimtipp aus Hollywood begann, ist längst im Alltag vieler Frauen angekommen. Der sogenannte Glow Coffee" hat eine treue Fangemeinde gewonnen, und das nicht ohne Grund: Das angesagte Pulver soll den natürlichen Kollagenverlust der Haut ausgleichen, die Haut fester und elastischer machen und jugendliches Strahlen ins Gesicht zaubern.
Doch ehe wir blindlings auf diesen Zug aufspringen, wollen wir einige Fragen rund um das Wundermittel Kollagenpulver klären.
Was ist ein Glow Coffee?
Ganz einfach: Kaffee, in den du Kollagenpulver rührst. Über mehrere Wochen eingenommen soll es für elastischere Haut, feste Nägel und schönes Haar sorgen.
Wie wird Glow Coffee zubereitet?
Die Zubereitung des trendigen Beauty-Drinks ist keine Hexerei: Nimm einen Esslöffel Kollagenpulver und rühre es in den Kaffee ein, bis es sich vollständig aufgelöst hat. Kein Kaffee-Fan? Kein Problem – das Pulver lässt sich ebenso gut in Smoothies, Suppen oder Tee einrühren oder in selbstgemachte Energy Balls, Waffelteig, Dressings, Dips und Saucen einarbeiten.
Hat Kollagen Nebenwirkungen?
Nur wenige und geringe Nebenwirkungen sind bekannt. Achte aber bei etwaigen Allergien – etwa einer Fischallergie oder Histaminintoleranz – darauf, woraus das Kollagenpulver hergestellt ist. Denn das ist der weniger glamouröse Teil des Glow-Hypes: Die Ausgangsbasis für die Gewinnung von Kollagen sind Häute, Knochen, Sehnen, Bänder, Flossen und Knorpel von Tieren. Veganes Kollagenpulver wird man daher vergeblich suchen.
Warum ist Kollagen so wichtig für unsere Haut?
Wie beim Tier so auch beim Menschen: Kollagen hält Haut und Bindegewebe elastisch. Ausreichend Kollagen sorgt also für jugendliches Aussehen. Das körpereigene Kollagen – ein sogenanntes Strukturprotein – kann aber noch mehr: Es gibt Knochen, Sehnen, Muskeln und Gelenken Halt und sorgt für einen geschmeidigen Bewegungsablauf. Unser Körper produziert es aus den Aminosäuren Glycin, Prolin und Hydroxyprolin.
Ab wann verliert man Kollagen?
Leider geht es ab etwa 25 Jahren mit der körpereigenen Kollagenproduktion bergab. Wirklich sichtbar wird der Mangel aber erst mit zunehmendem Alter: Die Haut wird dünner, die Elastizität lässt nach, das stützende Netz rund um Sehnen, Muskeln und Knochen schwächt sich ab.
Kann man dem Kollagenverlust entgegenwirken?
Genau diese Frage, die uns brennend interessiert, lässt sich nicht so einfach beantworten. Deshalb haben wir Beauty-Expertin Barbara Forcher befragt. Sie gibt Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen zum Glow-Coffee-Trend.
WW: Kann man den Kollagenverlust der Haut durch orale Einnahme ausgleichen?
Barbara Forcher: Man kann den Verlust von Kollagen durch orale Einnahme nur bedingt ausgleichen – man müsste es über Monate einnehmen und dabei immer ausreichend trinken. Das Hautbild wirkt dann leicht elastischer und etwas praller. Es kommt aber immer auf die Ausgangsbasis an.
WW: Welches Kollagenpulver ist das beste – gibt es Unterschiede?
Barbara Forcher: Natürlich gibt es Qualitätsunterschiede. Ich würde ein Kollagenpulver oder einen Kollagen-Drink aus der Apotheke oder dem Reformhaus verwenden, das in Studien geprüft wurde und bei dem Zusatzstoffe sowie die Herkunft der Rohstoffe klar nachvollziehbar sind.
WW: Kann sich die Wirkung von Kollagen durch das Mischen mit heißen Getränken verändern?
Barbara Forcher: Ich würde Kollagenpulver nur in kaltem oder lauwarmem Wasser auflösen – heißes Wasser zerstört die Wirkung vieler Inhaltsstoffe.
WW: Soll man Kollagen als begrenzte Kur nehmen oder durchgehend?
Barbara Forcher: Ein Supplement muss man immer über mehrere Wochen oder Monate einnehmen, damit es im System wirken kann.
WW: Welchen Unterschied am Hautbild kann man wirklich erwarten?
Barbara Forcher: Eine leichte Verbesserung der Hautstruktur – zarte Linienfältchen wirken aufgefüllt, die Haut insgesamt etwas elastischer und praller. Eine Wunderkur ist es nicht, aber eine sinnvolle Ergänzung, wenn man konsequent dabei bleibt.
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