Red Light Therapy oder Rotlicht-Therapie nutzt rotes oder nahinfrarotes Licht, um biologische Prozesse in den Zellen zu stimulieren. Die Lichtwellen dringen einige Millimeter tief in die Haut ein und sollen dort Regeneration, Durchblutung und Stoffwechsel aktivieren.
- Medizinisch wird die Technologie zur Linderung von Entzündungen, Arthrosen oder sogar menopausalen Beschwerden empfohlen.
- In der Beautywelt, und da vor allem auf Social Media, sind Rotlichttherapie-Masken, die eine straffere und ebenmäßigere Haut versprechen, aktuell das Trendthema.
Wir haben Longevity-Experten Patrick Bantsich und Holistic Facialist Barbara Forcher befragt, was von diesen Versprechen zu halten ist – und wann die Red Light Therapy tatsächlich wirkt.
Vorab: Mit der Rotlichtlampe, die Oma gegen Erkältungen und Muskelverspannungen eingesetzt hat, haben moderne Red Light Geräte nichts zu tun. Sie arbeiten mit anderen Wellenlängen und anderer Intensität.
Wie sinnvoll sind Rotlichtmasken als Beauty-Anwendung?
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Barbara Forcher: Ich bin ein großer Fan von Rotlichtmasken und verwende sie selbst schon seit zwei Jahren. Meine Wahl fiel auf die Skin LED Mask von CurrentBody, weil die Technologie wissenschaftlich fundiert ist und tatsächlich schöne Ergebnisse zeigt. Ich empfehle sie gerne. Die Anwendung ist unkompliziert, aber effektiv: 15 Minuten täglich reichen aus, um sichtbare Resultate zu erzielen. Zu beachten ist allerdings, dass man während der Behandlung keinen Cremes mit Sonnenschutz oder Sheetmasken trägt – beides würde die Eindringen des Lichts in die Haut verhindern.
Was bewirkt die regelmäßige Anwendung von Red Light Therapy Masken?
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Barbara Forcher: Konsequente Nutzung zeigt rasch Wirkung: Die Haut ist besser durchblutet, wirkt frischer, rosiger und leicht gestrafft. Das rote LED-Licht regt die Kollagenproduktion an, fördert die Wundheilung, kann Entzündungen reduzieren und sogar Pigmentierungen mildern. Vorsicht ist allerdings bei Pigmentflecken (Melasma) geboten. In diesen Fällen empfehle ich, lieber auf Blaulicht-Therapie auszuweichen, die gezielt gegen Unreinheiten, Pickelmale und Pigmentflecken wirkt. Auch bei Haarausfall habe ich positive Effekte beobachtet: In Kombination mit Mesotherapie habe ich bei meinen Kundinnen schöne Ergebnisse erzielen können.
LED-Therapie kann aber immer nur ein Teil eines Konzepts sein: Ein gesunder Lebensstil und ausreichend Schlaf sind unverzichtbar, die regelmäßige Einnahme von Kollagenpräparaten unterstützt den Effekt von innen.
Wann darf man Rotlichtmasken nicht anwenden?
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Barbara Forcher: Rotlichttherapie ist nicht für jeden Hauttyp und jede Lebenssituation geeignet. Verzichten sollte man
- in der Schwangerschaft oder Stillzeit, da es hier noch keine Studien gibt,
- bei Epilepsie oder Anfallsleiden
- Hautinfektionen, offenen Wunden, Herpes oder aktiver Akne
- Hautkrebs oder auffälligen Hautveränderungen
- Lichtempfindlichkeit oder der Verwendung lichtempfindlicher Medikamente oder Kosmetika
- Frischen ästhetischen Behandlungen (Microneedling in leichter Form ist ausgenommen)
- Rosazea oder Couperose – hier eher blaue LED-Therapie
- Sehr empfindlicher Haut
So wird die Red Light Therapy Maske angewendet
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Barbara Forcher: Ich verwende die Maske am liebsten abends nach der Gesichtsreinigung. Mein tägöiches Ritual sieht so aus:
- Reinigung mit Waschgel
- Auftragen eines Tonics
- Serum je nach Hautbedürfnis (ausgenommen Retinol)
- 15 Minuten LED-Maske
- optional eine Feuchtigkeitsmaske
- Nachtpflege und Augencreme.
Übrigens: Auch Retinol darf ins abendliche Beauty-Ritual integriert werden.
Was kann Red Light Therapy für die Gesundheit leisten?
Patrick Bantsich: Rotlichttherapie, auch bekannt als Photobiomodulation, ist eine Form der Lichttherapie, die gezielt mit rotem und nahinfrarotem Licht arbeitet, um biologische Prozesse in Zellen zu stimulieren und die körpereigene Regeneration zu fördern.
Sie nutzt bestimmte Wellenlängen – rotes Licht (ca. 620–750 nm) und nahinfrarotes Licht (ca. 750–1000 nm) – um Zellen und Gewebe anzuregen.
- Rotlicht wirkt vor allem auf Haut, Kollagen und oberflächliche Strukturen,
- Nahinfrarotlicht dringt tiefer in Muskeln und Gelenke ein.
Der zentrale Mechanismus spielt sich in den Mitochondrien ab – den Kraftwerken unserer Zellen. Dort aktiviert das Licht ein Enzym (Cytochrom-c-Oxidase), was die Energieproduktion (ATP) steigert. So verbessern sich Zellfunktion, Durchblutung und Regeneration, während Entzündungen und oxidativer Stress abnehmen. Kurz gesagt: Das Licht gibt den Zellen einen Energie-Boost, ohne Wärme zu erzeugen.
Bei welchen Beschwerden hilft Red Light Therapy?
Patrick Bantsich: Die beste Evidenz gibt es bei Muskelschmerzen, Arthrosen, Sehnenentzündungen, Wundheilung und Hautproblemen. Auch in der Sport- und Rehamedizin wird Rotlicht genutzt, um Regeneration zu beschleunigen, Muskelermüdung zu reduzieren und Entzündungsprozesse zu modulieren.
In dermatologischen Studien konnte gezeigt werden, dass Rotlicht die Kollagenproduktion anregt und die Hautbarriere stärkt – daher der Einsatz im Anti-Aging-Bereich.
Hilft Rotlichttherapie auch bei menopausalen Beschwerden?
Patrick Bantsich: Die biologischen Mechanismen sprechen für einen möglichen Nutzen. Photobiomodulation verbessert die Mitochondrienfunktion – also die zelluläre Energieproduktion – und kann dadurch Energie, Stimmung und Schlafqualität positiv beeinflussen.
Gerade in der Menopause, wenn hormonelle Veränderungen die Zellenergie beeinträchtigen, kann das unterstützend wirken. Bei Gelenksschmerzen ist der Effekt am besten belegt: Rot- und Nahinfrarotlicht wirken entzündungshemmend, fördern die Durchblutung und können Schmerzen lindern.
Auch bei Brain Fog oder Schlafstörungen gibt es Hinweise, dass Lichttherapie über den zirkadianen Rhythmus und die Mitochondrienaktivität im Gehirn die kognitive Leistungsfähigkeit und den Schlaf verbessern könnte.
Man sollte sie als ergänzende, biologisch plausible Maßnahme sehen – nicht als Wundermittel, sondern als Teil eines ganzheitlichen Longevity-Ansatzes mit Bewegung, Ernährung, Schlaf und Stressmanagement.
Kann man Photobiomodulation auch präventiv anwenden?
Patrick Bantsich: Ja, absolut. Viele nutzen Photobiomodulation präventiv, ähnlich wie Sauna oder Kälteanwendungen. Ziel ist es, die Zellenergie und Regeneration langfristig zu unterstützen. Im Longevity-Bereich gilt PBM als Werkzeug, um die Mitochondrienfunktion stabil zu halten – also die Basisenergie, die jede Körperzelle benötigt, vom Gehirn bis zur Muskulatur.
Wie oft sollte man Red Light Therapy anwenden?
Patrick Bantsich: Das hängt von Gerät und Intensität ab. In der Regel sind 3–5 Anwendungen pro Woche mit 10–20 Minuten sinnvoll. Wichtig ist der Abstand (meist 15–30 cm) und die Regelmäßigkeit. Mehr bringt nicht unbedingt mehr – die Effekte entstehen durch wiederholte, moderate Stimulation, nicht durch Dauerbestrahlung.
Kann Red Light Therapy Hautschäden verursachen?
Patrick Bantsich: Nein. Rot- und Nahinfrarotlicht sind nicht ionisierend – sie schädigen also keine DNA wie UV-Strahlen. Bei sachgemäßer Anwendung sind keine Hautschäden zu erwarten. Nur bei starker Wärmeentwicklung oder ungeprüften Geräten kann es zu Hautreizungen kommen – daher besser auf zertifizierte Qualität achten.
Worauf sollte man beim Kauf eines Rotlicht-Geräts achten?
Patrick Bantsich: Das Gerät sollte eine ausreichende Leistungsdichte und geprüfte Qualität haben.
Viele günstige Modelle sehen zwar hübsch aus, haben aber zu wenig Intensität, um tatsächlich biologische Effekte zu erzielen. Hochwertige Panels bieten eine gleichmäßige, starke Bestrahlung und erlauben gezielte Anwendungen an Gesicht, Muskeln oder Gelenken.
Fazit – Kompaktes Wissen zur Red Light Therapy
- Was bewirkt Red Light Therapy?
Sie steigert die Kollagenproduktion, verbessert Durchblutung und Zellenergie und wirkt entzündungshemmend – für straffere Haut, bessere Regeneration und mehr Wohlbefinden. - Ist Red Light Therapy für jeden geeignet?
Nein – bei Schwangerschaft, Hautinfektionen, Lichtempfindlichkeit oder Hautveränderungen sollte man darauf verzichten. Auch bei Melasma ist Vorsicht geboten. - Wie oft sollte man Red Light Therapy anwenden?
Regelmäßig, aber moderat: 3–5 Mal pro Woche für 10–20 Minuten – so entstehen nachhaltige Effekte, ohne die Haut zu überlasten.
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