4 Jahre Wechselweise MenoDay, 3 Forderungen für die Frauengesundheit
Bessere Ausbildung für Ärzt*innen, nachweisbare Qualifikation, Hormonsprechstunden als Kassenleistung: Das brauchen Frauen in den Wechseljahren
Hormon-Doyen Prof. Johannes Huber fordert Hormonambulanzen an den Medizinischen Universitäten, in denen angehende Gynäkolog*innen die unverzichtbare praktische Erfahrung für die Behandlung von Wechselbeschwerden sammeln können. Foto: Katharina Schiffl
In den Wechseljahren werden wichtige Weichen für ein gesundes Älterwerden gestellt. Damit Frauen diese Lebensphase gut informiert und medizinisch gut begleitet durchlaufen können, braucht es verständliche Aufklärung, fundiert ausgebildete Ärzt*innen sowie qualifizierte Angebote, die niederschwellig zugänglich sind.
Erfreulicherweise macht die Gendermedizin rasante Fortschritte. Wir verstehen immer besser, wo Frauenkörper anders ticken als jene von Männern und was die Wechseljahre gesundheitlich für eine Frau bedeuten. Doch Wissen allein genügt nicht, wenn passende medizinische Unterstützung fehlt. Wechselweise fordert deshalb Verbesserungen in drei Bereichen:
Mehr praktische Ausbildung – auch über die Gynäkologie hinaus
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Es gibt zu wenige Ärzt*innen, die mit der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden ausreichend vertraut sind. Seit Jahren besteht daher die Forderung nach umfassenderer Ausbildung und Hormonambulanzen an den Medizinischen Universitäten, in denen angehende Gynäkolog*innen die unverzichtbare praktische Erfahrung für die Behandlung von Wechselbeschwerden sammeln können.
Auch in der Ausbildung anderer Fachrichtungen sollten die Wechseljahre einen festen Platz haben. Frauen landen mit ihren Beschwerden bei Internist*innen, Orthopäd*innen, Neurolog*innen, Augenärzt*innen und anderen Fachärzt*innen. Um sie gut zu betreuen, braucht es einen ganzheitlichen Blick und die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen – die Wechseljahre sind kein isoliertes gynäkologisches Ereignis. Konsequent wäre die Einführung eines eigenen Ordinariats für holistische, fächerübergreifende Frauenmedizin.
Ein Ausbildungsnachweis, der Frauen Orientierung gibt
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Nicht jede Ärztin und jeder Arzt kann auf allen Gebieten spezialisiert sein. Frauen sollten jedoch erkennen können, wer über eine fundierte Ausbildung in der Wechseljahresmedizin verfügt. Wechselweise fordert deshalb ein Zertifikat oder einen vergleichbaren Ausbildungsnachweis für Wechseljahresspezialist*innen. Darauf aufbauende Verzeichnisse könnten Frauen die gezielte Suche nach kompetenter Betreuung erleichtern.
Wie groß der Bedarf ist, zeigen die Rückmeldungen an die Wechselweise-Redaktion: Immer wieder berichten Frauen, dass sie in ihrer gynäkologischen Ordination mit ihren Beschwerden kein Gehör oder keine ausreichende Unterstützung finden.
Hormonsprechstunden als Kassenleistung
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Eine leitliniengerechte Betreuung in den Wechseljahren braucht Zeit. Diese Zeit muss auch im Kassensystem zur Verfügung stehen und entsprechend vergütet werden. Wechselweise fordert deshalb Hormonsprechstunden als Kassenleistung. Derzeit findet sich umfassende Beratung so gut wie ausschließlich als Privatleistung. Nicht jede Frau kann sich das leisten. Kompetente Unterstützung in den Wechseljahren muss für alle Frauen zugänglich sein – unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten.
Die Wechseljahre als Teil des Lebens verstehen
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Die Wechseljahre sollten nicht pauschal als Problem gesehen werden, sondern als eine von mehreren Phasen im Leben einer Frau – ebenso wie die erste Periode oder eine mögliche Schwangerschaft und Geburt. Die Fähigkeit, Kinder zur Welt zu bringen, setzt ein komplexes biologisches Zusammenspiel voraus. Die Wechseljahre sind ein untrennbarer Teil davon.
Frauen brauchen in dieser Lebensphase verständliche Aufklärung und, wenn nötig, kompetente medizinische Begleitung. Dafür setzen sich Wechselweise.net und der MenoDay ein.
Das Thema steht auch am MenoDay am 18. Oktober in Wien in Mittelpunkt: Wechselweise-Gründerin Veronika Pelikan diskutiert mit EMAS-Präsidentin Prof. Petra Stute und Hormonexperten Prof. Johannes Huber, wie eine bessere Versorgung von Frauen in den Wechseljahren gelingen kann.
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