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Wechseljahre beim Mann

Wenn in der Andropause die Psyche leidet

Männer sind taff. Männer zeigen keine Schwächen. Männer haben keine Depression. Was aber, wenn der Superman einknickt? Darf man das zulassen? Ja.

"Ich habe heute wieder so schlecht geschlafen", grummelt er und lässt sich auf den Sessel beim Frühstückstisch fallen.
"Das hast du jetzt schon öfter gesagt. Das solltest du einmal anschauen lassen", sagt sie.
Er greift nach seinem Kaffeehäferl und nimmt einen Schluck.
"Ich bin heute eh beim Arzt. Soll ich gleich einen Termin für dich machen? Du könntest auch in ein Schlaflabor gehen?"
Er steht auf, winkt mit der Hand ab und sagt: "Ich muss zur Arbeit."

600.000 Österreicherinnen und Österreicher leiden an Depressionen. Nur ein Drittel davon sind Männer. Bedeutet das, dass die Herren weniger psychisch malad sind? Leider nein. Sie sind verschlossener, leiden in sich hinein. Und vermutlich genauso stark davon betroffen wie Frauen. Aber ihre Erkrankungen werden meist nicht erkannt.

Die Abwärtsspirale dreht sich dann weiter. Bei schweren Depressionen steigt das Suizidrisiko. Im Vorjahr nahmen sich in Österreich 1.068 Menschen das Leben. Zwei Drittel davon waren Männer.

Depression und Midlife-Crisis: Druck von allen Seiten

Die Midlife-Crisis ist kein medizinisch definierter Begriff. Aber es ist wissenschaftlich erwiesen, dass viele Männer im Alter zwischen 40 und 55 Jahren eine schwere Zeit durchmachen.

Da passiert viel in ihrem Leben und ihrem Körper. Oft gibt es in dieser Zeit auch den Verlust der Eltern zu betrauern, die Kinder ziehen aus. Die Vaterrolle ist vorbei, der Mann wird wieder zum Mann allein. Nun muss er sich mit seiner Partnerin als Paar neu erfinden. Er fängt an zu grübeln und resümiert seine berufliche Laufbahn. War das schon alles?

Für viele Männer steigt der Druck im Arbeitsleben. Sie haben sich immer über ihren Vollzeitjob definiert, eine Familie damit ernährt. Jetzt sind sie in einem Alter angekommen, in dem die Gefahr groß ist, von einem Jüngeren, besser Ausgebildeten ersetzt zu werden. Deshalb steigern sie sich immer mehr in ihren Job hinein, vernachlässigen ihre Hobbys, Freunde und Partner.

Parallel dazu findet beim Mann die Andropause statt, der Testosteronspiegel sinkt, was zu Umstellungen in seinem Körper führt.   

Wer akzeptiert, dass er eine Depression hat, findet leichter Hilfe

Nicht jede Niedergeschlagenheit ist gleich eine Depression. Ein Bier zu viel bedeutet nicht, dass man ein Alkoholproblem hat. Und es ist auch okay, wenn einmal nicht alles rund läuft. Das ist menschlich. Männer dürfen auch schwach sein. Wenn man das erkannt hat, hat man schon viel geschafft. Im Gegensatz zu Frauen sagen Männer häufig, dass es ihnen gut gehe. Zu groß ist für die meisten das Stigma des Weicheis, psychische Krankheiten werden oft als Schwäche abgetan.

Leichtere seelische Verstimmungen klingen nach ein bis zwei Wochen wieder ab. Sind die Gefühle der Niedergeschlagenheit, der Traurigkeit oder der inneren Leere stärker ausgeprägt, spricht man von einer depressiven Verstimmung. Betroffene sind ausgelaugt und lustlos. Sie können kaum mehr Freude empfinden und ziehen sich immer weiter zurück. Dazu kommen oft körperliche Begleitsymptome, wie etwa:

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit

Was können wir selbst gegen eine depressive Verstimmung tun?

  • Reden. Obwohl es Männern schwerfällt, über psychische Probleme zu sprechen, kann gerade ein Gespräch unter Freunden vieles bewirken. Denn den anderen, sofern sie im gleichen Alter sind, wird es ähnlich gehen. Und das allein macht es oft schon leichter.
  • Selbsthilfegruppe. Wem Gespräche mit Freunden zu intim sind, der ist in der Anonymität einer Selbsthilfegruppe besser aufgehoben.
  • Sport. Jede Bewegung ist gut. Egal, ob ein Spaziergang oder ein Tennismatch. Es gibt etliche Studien, die gezeigt haben, dass körperliche Aktivität und die Psyche miteinander korrelieren. Aber auch meditative Aktivitäten, wie Yoga, Tai- Chi oder Qigong, helfen beim Entspannen und Abschalten.
  • Gesunde Ernährung. Hin und wieder ist ein Steak oder ein Schweinsbraten auch erlaubt. Aber sonst bitte mehr Obst und Gemüse. Körper und Geist werden es danken.
  • Johanniskrautextrakt. Das kann bei leichten depressiven Störungen die Beschwerden mindern.

Von der depressiven Verstimmung zur Depression

Wird dagegen nichts unternommen, dreht sich die Spirale weiter und aus einer heftigen depressiven Verstimmung kann eine Depression werden. Ein häufiges Merkmal depressiver Männer ist ein ausgeprägtes Leistungsdenken. Sie stellen an sich selbst hohe Ansprüche und leben mit der Angst, diese nicht erfüllen zu können. Sie müssen sich beweisen.

Die beiden Schutzfaktoren, die die männliche Psyche aufrechterhalten können, der Beruf und eine stabile Partnerschaft, werden gerade in dieser Zeit hinterfragt.

Eine Depression ist eine schwere seelische Erkrankung. Die Symptome sind ähnlich, allerdings wesentlich ausgeprägter. Betroffene können in ihrem Antrieb so stark gehemmt sein, dass sie auch einfachste Tätigkeiten wie Körperpflege, Einkaufen oder Abwaschen nicht mehr verrichten können. Dazu kommen Beschwerden wie:  

  • verminderte Konzentration
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Suizidgedanken. Betroffene empfinden ihr Leben als vollkommen sinnlos.

Der Weg zur Diagnose einer Depression beginnt beim Hausarzt

Warum ist es so eigentlich wichtig, psychische Probleme frühzeitig zu erkennen? Psychische Erkrankungen haben die Eigenschaft, nicht von selbst zu verschwinden, wenn man sie ignoriert. Meist werden die Beschwerden im Lauf der Zeit größer. Je eher man eine Behandlung – etwa eine Therapie – beginnt, desto besser und schneller wirkt sie auch.

Der wichtigste Schritt ist, sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht. Den Gang zum Arzt schieben Männer trotzdem lange hinaus. Deswegen wird eine Depression oft sehr spät erkannt. Aber keine Angst: Der Arzt wird nur reden wollen. Der Hausarzt wird den Patienten vielleicht zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten weiterschicken, der dann mithilfe von abgestimmten Fragebögen eine Diagnose erstellt.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Depressionen?

Die positive Nachricht: Depressionen sind in der Regel gut und erfolgreich behandelbar. Meist wird eine von zwei gängigen Therapieformen angewendet. Entweder eine medikamentöse oder die Psychotherapie.

Es gibt verschiedene Antidepressiva. Die simple Einnahme von Tabletten kann das Leben wieder lebenswert machen. Bei leichten bis mittleren Depressionen wird meist eine Psychotherapie vorgeschlagen. Zur Behandlung kann ein breites Spektrum verschiedener Therapieformen eingesetzt werden. Seit einigen Jahren gibt es auch immer mehr Anbieter für Online-Therapieprogramme. Mitunter werden beide Behandlungsarten auch kombiniert.

Weitere Behandlungsmethoden:

  • Ergotherapie. Bewegungs- und Haltungstherapie werden mit Elementen der physikalischen Therapie wie etwa Heilmassagen oder Wärmebehandlungen gekoppelt. Das hilft, innere Anspannungen zu lösen.
  • Magnetische Tiefenstimulation. Mithilfe starker Magnetfelder können gewisse Bereiche im Gehirn sowohl stimuliert als auch gehemmt werden.
  • Elektrokrampftherapie. Dabei werden kurze, elektrische und vor allem schmerzfreie Impulse im Gehirn ausgelöst, die Intensität wird durch eine Hirnstrommessung aufgezeichnet.
  • Lichttherapie. Mit weißem Licht behandelt man saisonabhängige Depressionen.

Weiterlesen: Andropause – Der Mann in den Wechseljahren

Weiterlesen: Veränderung leben: Fünf Ideen, um den Mut zu stärken

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