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Sexualität

Verhütung in den Wechsel­jahren – Teil 2: Methoden

Es gibt viele verlässliche Verhütungsmethoden, auch für Frauen in den Wechseljahren. Bei der Auswahl gilt es, mögliche Risiken der Anwendung gegen die Vorteile abzuwägen

Dieser Beitrag ist Teil einer zweiteilgen Serie. Lies auch: Teil 1 – kann ich in den Wechseljahre noch schwanger werden??

Hormonelle Verhütung

Kommt für mich eine hormonelle Verhütung in Frage?

Viele Frauen entscheiden sich dafür, in den Wechseljahren weiterhin hormonell zu verhüten. Andere Frauen entscheiden sich genau jetzt dafür, weil die hormonelle Verhütung fallweise unerwünschte klimakterische Beschwerden mildern kann, zum Beispiel depressive Verstimmungen oder Hitzewallungen.

Ein „Problem“ dabei: Mit hormoneller Verhütung ist es nicht (mehr) möglich, den genauen Zeitpunkt der letzten Menstruation und somit der Menopause festzustellen. „Um zu ermitteln, ob der Wechsel bereits erfolgt ist, bedarf es dann einer Blutabnahme, um den aktuellen Hormonstatus zu überprüfen“, so Dr. Kail.

Kombinierte Hormon-Präparate: Kombi-Pille, Vaginalring und Verhütungspflaster

Ein weiteres „Problem“: Mit dem Alter nimmt leider auch für Frauen das generelle Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Thrombose (Verstopfung eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel), Herzinfarkt oder Schlaganfall zu. Kombinierte „Pillen“ (Kombi-Pillen) mit den beiden Hormonen Östrogen und Gestagen erhöhen diese Wahrscheinlichkeit zusätzlich leicht, selbst wenn sie niedrig dosiert sind. Ähnliches gilt für Vaginalring und Verhütungspflaster, die ebenfalls durch Abgabe einer Hormonkombination von Östrogenen und Gestagenen wirken.

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Für gesunde, nicht übergewichtige und nicht-rauchende Frauen ist dieses erhöhte Risiko meist durchaus vertretbar: Denn statistisch treten bei der Anwendung kombinierter hormoneller Verhütungsmittel nur sehr selten Thrombosen auf. Je nach Präparat sind etwa 5 bis 12 von 10.000 Anwenderinnen pro Jahr betroffen. Zum Vergleich: Von allen Frauen, die nicht-hormonell verhüten, sind etwa 2 von 10.000 pro Jahr von einer Thrombose betroffen. 

Liegen jedoch bestimmte Vorerkrankungen oder Risikofaktoren vor, sollten gemeinsam mit der Ärztin/dem Arzt die Vorteile und die möglichen negativen Auswirkungen besprochen werden und eventuell eine andere Verhütungsmethode gewählt werden. Raucherinnen über 35 sollten grundsätzlich nicht mit kombinierten Hormonpräparaten verhüten.

Vorteile der hormonellen Verhütung

Abgesehen von der sicheren Verhütung können Frauen bei der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva auch anderweitig profitieren. Störungen wie verstärkte und/oder verlängerte Regelblutungen oder Zyklus-Unregelmäßigkeiten sowie häufige Wechseljahrbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche, die in den Jahren vor der Menopause bereits auftreten können, bessern sich durch die Hormongabe. Fazit von Dr. Nani Kail: „Deswegen kann die hormonelle Verhütung durchaus hilfreich und gewünscht sein. Durch verstärkte Regelblutungen leiden Frauen oft an Eisenmangel, der sich dann leichter ausgleichen lässt. Und nicht zuletzt verbessert sich die Lebensqualität.“

Ein weiteres Plus sind die positiven Einflüsse auf die Knochendichte sowie eine nachweislich abnehmende Wahrscheinlichkeit für Eierstock-, Gebärmutter- und Dickdarmkrebs.

Eine mögliche Alternative: Minipille, Implantat und Hormonspirale

Frauen mit Risikofaktoren wie z. B. Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Migräne, Rauchen, Thrombosen oder Lungenembolien in der Verwandtschaft sollten östrogenfreie Verhütungsmethoden, die nur Gestagene/Gelbkörperhormone enthalten, oder nicht-hormonelle Alternativen bevorzugen.

Die sogenannte Minipille, die Hormonspirale und auch das „Hormonstäbchen“, das als Implantat unter die Haut des Oberarms geschoben wird, enthalten ausschließlich synthetische Gelbkörperhormone, sogenannte Gestagene, in niedriger Dosierung. Dr. Kail: „Langjährige Erfahrung und Studien zeigen, dass diese genannten Verhütungsmethoden das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen weniger erhöhen als Kombinationspräparate mit Östrogen.“

Verhütung mit Kupferspirale, -kette, -ball

Wie funktioniert die Kupferspirale?

Eine weitere Verhütungsmöglichkeit, die auch in den Wechseljahren genützt werden kann, ist das Einsetzen einer Kupfer- bzw. Goldspirale. Dabei die Spirale über den Muttermund in die Gebärmutter eingesetzt, wo das Kupfer die Beweglichkeit der männlichen Samenzellen sowie ein Einnisten der Eizelle stört. Diese Methode kombiniert einen langfristigen und sicheren Schutz. Bei starken Monatsblutungen ist die Spirale weniger geeignet, weil sie die Blutungen oftmals noch verstärkt, so Nani Kail.

Das Fazit der Gynäkologin: „In der Praxis ist die Spirale gerade in diesem Lebensabschnitt eher weniger geeignet, da vor allem Frauen, die bereits Kinder geboren haben generell unter stärkeren Blutungen leiden und die Intensität der Blutungen durch die Kupfer- oder Goldspirale praktisch immer sowohl in Stärke als auch Blutungsdauer oft extrem zunimmt, weshalb sich viele Betroffenen die Spirale dann bald wieder entfernen lassen.“

Mögliche Alternative: Kupferkette und Kupferball

Eine mögliche Alternative zur Kupferspirale können die Kupferkette oder der Kupferball sein. Die Kupferkette ist ein Faden mit bis zu sechs Kupferhülsen, der Kupferball ist eine Art Kette mit 17 Kupferperlen, die ebenfalls in die Gebärmutter eingesetzt werden. Die Kupferkette ist klein und flexibel und kann sich so sehr gut an die Gebärmutter anpassen. Deshalb kommt sie möglicherweise auch für Frauen infrage, bei denen die Gebärmutterhöhle „verformt“ ist und daher keine Spirale möglich ist. Kupferball und die Kette sorgen über einen Zeitraum von fünf Jahren für eine wirksame Verhütung.
In der Praxis rät Dr. Kail Frauen eher von Kupferball und Kupferkette ab. Ihre Begründung: „Ein häufiges Problem beim Kupferball ist eine sehr schmerzhafte Entfernung wegen „Einwachsen“ in die Gebärmutterwand. Bei der Kupferkette gibt es eine hohe Ausstoßungsrate bei nicht korrekter Einlage – und für beide gilt ebenso wie bei Kupfer- und Goldspirale die Blutungsverstärkung als häufige, äußerst unangenehme Begleiterscheinung.“

Barrieremethoden: Kondom, Diaphragma und FemCap?

Sogenannte „Barrieremethoden“ wie das Kondom, das Diaphragma und die FemCap werden gerne von Frauen in den Wechseljahren benutzt. Eine gewisse sexuelle Erfahrung und der vertraute Umgang mit dem eigenen Körper erleichtern im fortgeschrittenen Alter die Anwendung dieser Methoden. Nani Kail: „Die etwas geringere Sicherheit dieser Barrieremethoden im Vergleich zu den oben genannten Methoden wird durch die abnehmende Wahrscheinlichkeit aufgewogen, überhaupt noch schwanger zu werden. Frauen mit einer Beckenboden-Schwäche sollten aber besonders darauf achten, dass Diaphragma oder FemCap richtig sitzen.“

Diaphragma

Das Diaphragma ist eine elastische Kappe aus Latex oder Silikon. Es gibt sie in verschiedenen Größen, weshalb sie individuell von der Frauenärztin/vom Frauenarzt angepasst werden muss. Bei korrekter Anwendung mit einer samenabtötenden Salbe, passender Größe und exaktem Sitz ist das Diaphragma eine sichere Verhütungsmethode. Es wird vor dem Geschlechtsverkehr tief in die Scheide eingeführt, um den Muttermund abzudecken. Auf diese Weise wird eine Barriere zwischen Spermien und der Gebärmutter gebildet. Das Diaphragma kann danach gereinigt und wiederverwendet werden.

FemCap

Die FemCap ist frei im Handel in drei Größen erhältlich und wird wie das Diaphragma vor den Muttermund „gestülpt“. So entsteht ein Unterdruck, wodurch das Silikon-Käppchen fest aufsitzt und nicht verrutschen kann. Das Produkt sollte immer in Kombination einem spermienabtötenden Gel verwendet werden und muss nach dem Sex mindestens 8 Stunden in der Scheide bleiben. Daraus ergibt sich auch ein gewisser Vorteil: Im Vergleich zum Diaphragma kann die FemCap bis zu 48 Stunden in der Scheide belassen werden, was mehr Raum für Spontanität ermöglicht. Wie beim Diaphragma gilt ansonsten auch hier: Bei richtige gewählter Größe, optimalem Sitz und sachgemäßer Anwendung ist das Risiko gering, dass das Käppchen verrutscht und die Verhütungssicherheit ist dementsprechend hoch.

Natürliche Verhütung wird noch unsicherer

Man kann davon ausgehen, dass die natürliche „Familienplanung“ zur Bestimmung des Eisprungs mittels Temperatur, Kalender oder Zervixschleim wegen der Hormonschwankungen und dem unregelmäßigen Zyklus in den Wechseljahren überhaupt nicht mehr verlässlich ist. Am ehesten kommen noch Verhütungscomputer in Frage, so Nani Kail: „Voraussetzung bleibt jedoch ein regelmäßiger Zyklus, sonst zeigen diese Systeme praktisch durchgehend fruchtbare Tage an.“

Ähnliches gilt auch für die natürliche Empfängnisverhütung in Kombination mit einer Hormon-Ersatztherapie, weil die extra zugeführten Hormone den Schleim und die innere Körpertemperatur verändern. So lässt sich der Zeitpunkt des Eisprungs unter einer Hormontherapie nicht verlässlich feststellen.

Verhütung bei gleichzeitiger Hormonbehandlung

Zwei Drittel aller Frauen sind in den Wechseljahren von unangenehmen Begleiterscheinungen wie Hitzewallungen und Schlafstörungen betroffen. Abhilfe bei schweren Wechseljahrbeschwerden bietet die Hormon-Ersatztherapie. Für alle jene Frauen, die Hormone gegen Wechseljahres-Beschwerden einsetzen, sind vor allem nicht-hormonelle Verhütungsmethoden wie Kondome, Diaphragma, FemCap empfehlenswert. Auch die Hormonspirale kann in Kombination mit Östrogengaben eine Option sein, sofern keine Gründe vorliegen, die prinzipiell gegen eine Spirale sprechen.

Befragte Expertin:

Dr. Nani Kail, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Oberärztin an der gynäkologischen Abteilung des Landesklinikums Wr. Neustadt.


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