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Sexualität

Was erwachsene Frauen beim Sex wirklich wollen

In der zweiten Lebenshälfte könnte nun die Zeit kommen, in der wir Frauen unsere Lust genießen können. In jeder Hinsicht, gerade auch in der Sexualität. Was hindert uns?

Wenn wir in den oder durch die Wechseljahre durch sind, der hormonelle Status geklärt und die Fragen der Verhütung vorbei sind und die Kinder aus dem Haus sind, gibt es mehr Zeit und Raum, sich ums eigene Wohlbefinden zu kümmern. Viele Frauen wollen, gerade wenn es im Leben wieder mehr um sie selbst geht, wenn es um die Beziehung gehen kann, auch mit ihrer Sexualität, ihren sexuellen, erotischen, sinnlichen, verführerischen, genussvollen Bedürfnissen, ihrem Körper wieder mehr Sichtbarkeit, Freiheit, Selbstbestimmtheit, Leichtigkeit geben.

Wir haben genug von Tabus, Scham, Bewertungen an jeder Ecke, den Ängsten, auch den oft unbewusst/bewusst mitgegebenen Ängsten und überholten Werten unserer Mütter und Großmütter, unserer Väter und Großväter. Gleichzeitig ist es oft mit den Jahren so, dass wir uns selbst nicht mehr schön finden und uns selbst Hindernisse zum sexuellen Wohlbefinden bauen.

Was uns im Weg liegt

sind einerseits natürlich die tradierten Dos and Don'ts, die „die reife Frau zu erfüllen hat“, ob äußerlich/optisch oder moralisch, oft geprägt durch Religionen, aber natürlich auch Politik und Gesellschaft. Schon C.G. Jung sagte sinngemäß: „Die zweite Lebenshälfte der Frau ist ihre wahre persönliche Lebenszeit.“

Damals natürlich noch der Erwartung geschuldet, dass wir in der ersten Lebenshälfte die Kinder und den Haushalt schupfen. Dennoch ist auch heute noch etwas Wahres dran, weil wir in der zweiten Lebenshälfte meist nicht mehr mehrfach belastet sind und uns zwischen Job und Kindern aufreiben müssen. Wir können alles wieder freier gestalten.

Frauen und ihre Lust – ein „neues“ Phänomen?

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Geschichtlich betrachtet ist es erst ein paar Wimpernschläge her, dass es überhaupt um freiwillige und gleichwertige weibliche Lust und Freude in der Sexualität gehen darf. Ganz ohne „eheliche Pflicht“, in der Frau ihren Körper zu Verfügung zu stellen hatte, falls sie nicht freiwillig wollte. Es gab noch bis vor rund 30 Jahren innerhalb einer Ehe keine Vergewaltigung in unseren Breiten, die Frau „gehörte“ dem Mann. Das sitzt uns unter Umständen noch in den Knochen.

Immer noch sind in vielen Köpfen von Frauen und Männern heteronormative Bilder und Erwartungen von Sexualität, die sich hauptsächlich um junge und willige Frauenkörper drehen, die sich um männliche Höhepunkte ranken. Sexualität ist in zu vielen Köpfen immer noch hauptsächlich mit jungen Menschen verknüpft.

Fakt ist: Wir sind bis zum letzten Atemzug sexuelle Wesen, auch wenn sich unsere Bedürfnisse über die Jahre und Jahrzehnte verändern. Auch erwarten viele beim Sex immer noch hauptsächlich Geschlechtsverkehr, oder sie empfinden Sex als etwas, das „der Mann“ von „der Frau“ will, ja vielleicht auch fordert. Ein Penis ist gut dafür geeignet, durch Penetration zum Orgasmus zu kommen, eine Vagina nicht.

Die Eroberung der weiblichen Anatomie

Haben wir gelernt, unsere wirklichen sexuellen Bedürfnisse zu spüren, zu zeigen und unsere Partner:innen dazu einzuladen? Kennen wir selbst unsere Geschlechtsteile und unser Lustorgan, die Klitoris mit ihren Beinchen, ihrem Köpfchen, ihrer Erregbarkeit? Wissen wir, wie wichtig der Beckenboden für uns ist, um Orgasmen intensiv spüren zu können und ja, natürlich auch, um unsere Kontinenz zu fördern?

Viele Menschen erfahren erst in späteren Jahren, dass Sexualität viel mehr ist, als Geschlechtsverkehr. Aber müssen wir da echt warten, bis die Erektion des Mannes nicht mehr so selbstverständlich „funktioniert“?  Gesteht die erwachsene Frau sich jederzeit zu, auf ihre weibliche Art auch lustvoll und fordernd sein zu dürfen?

Was Frau wirklich will ist im Grunde einfach

Frau will, gerade, wenn sie schon etwas Lebenserfahrung gesammelt hat, in der Beziehung aber auch in der Sexualität gespürt, wahrgenommen und gemeint sein. Als Frau. Punkt.

Da geht es weder um ihre Rollen als Mutter oder Oma, Mitbewohnerin, beste Freundin, Alltagsheldin oder taffe Businessfrau.

Die sexuell erwachsene Frau möchte Gelegenheit, Raum und Zeit, selbst immer wieder in die freudige Lust zu kommen, um Sex zu wollen. Es darf um ihre Sinnlichkeit, um ihre sexuellen Bedürfnisse gehen, natürlich immer im Einklang mit dem Partner.

Frau möchte begehrtes Subjekt, also gleichwertiger Mensch sein, nicht ein Objekt der Begierde. Das ist die Basis, die sich in der Arbeit mit jeder einzelnen Frau, natürlich mit jedem einzelnen Menschen zeigt. Von sexuellen Spielarten mal abgesehen. Gerade jetzt möchten wir uns selbst und einander wirklich genießen und schon lange nicht mehr so tun als ob.

Darf's ein bisschen mehr sein?

Wenn irgendetwas immer sein soll, ist es nun mal bald eine Forderung und bestenfalls nur alltäglich.

Nein, Raum, Zeit und Gelegenheit zu haben, heißt nicht, dass Frau immer viel Zeit und Zärtlichkeit braucht, wo bliebe dann der oft geliebte rasche, spontane Quickie, der Kick des Moments?

Viele Frauen erzählen mir, sie möchten Spontanität, Überraschungen aber auch immer mehr Intensität und erotisches Spiel. Wirklich auf einander im Moment einzugehen und zu spüren, was jetzt an Bedürfnissen da ist, ist übrigens auch Frage der Übung, der Haltung.

Die Umstellung von gewohnten sexuellen Ritualen zu bewusst gestalteter Sexualität kann manchmal herausfordernd und ungewohnt sein. Lohnend ist das bisschen mehr an Bewusstsein allemal.

Dürfen wir das, unsere Bedürfnisse zeigen, etwas fordern oder die Kontrolle verlieren?

Viele Frauen sind sich da auch selbst oft noch im Weg. Wir wurden im Grunde viel zu wenig bis nie ermutigt, uns als lustvolle, sexuell erwachsene Frau selbst zu spüren, geschweige denn zu zeigen. Dürfen wir uns hingeben, den Kopf ausschalten, einfach so?

Ganz im Gegenteil, viele Frauen haben Regeln und Bewertungen übergestülpt bekommen, die eher Angst vor Sex, als Lust drauf machen. Zu oft höre ich Selbstzweifel wie „bin ich überhaupt noch genug?“ oder „ich muss mich anstrengen!“ Zu oft höre ich, „ich lasse ihn mal machen, dann ist wieder ein paar Tage Ruhe!“ Macht Frau das glücklich? Macht Mann das glücklich?

Frau, gönne dir dich selbst mit allen Sinnen

und zeige, ja, nimm dir, was dir Lust und Erregung beschert, was du brauchst, selbstverständlich auch hier nie auf Kosten anderer. Auch wenn es erstmal eine Sex-Pause von der Gewohnheit braucht, um überhaupt mal wieder selbst in gesunde Lust ohne bestimmte Erwartungen zu kommen!

Ja, dann rumpelt es eben mal im Bett, dann „funktioniert es eben nicht wie früher, wie immer!“, dann „passiert mal endlich wieder etwas!“, dann können wir auf Sätze wie: „Was hast du auf einmal, war doch eh immer schön!?“ selbstbewusst sagen: „Ja, aber jetzt möchte ich mich, dich und uns anders erleben!“

Warum alle gewinnen, wenn Frau sich zeigt

Viele Frauen wünschen sich einen sicheren Rahmen in dem es nicht um Performance oder Erfüllung von Erwartungen geht. Ob beim ersten Sex mit einem neuen Partner oder in einer langjährigen Beziehung.

Sehnen wir uns nicht alle nach Intimität und Nähe? Danach berührt und erregt zu werden auf allen Ebenen? Nach echter Erregung und Intensität – je nach Lust und Bedarf?

Es ist vielschichtig hingebungs- und kraftvoll, die eigenen lustvollen Bedürfnisse selbst-bewusst und im passenden Tempo, immer wieder ganz im Jetzt zu erspüren und auch zu zeigen! Gönnen wir uns selbst und im Miteinander diesen Weg zu echtem sexuellem Genuss?  

Und noch ein Filmtipp: „Meine Stunden mit Leo“. Ab 2.9.22 im österreichischen Kino. Emma Thomson gönnt sich mit Anfang 60 einen Callboy, liebevoll dargestellt von Daryl McCormack, um sich selbst endlich als sexuell befriedigte Frau zu erleben und nicht als Frau, die eben mal Geschlechtsverkehr mit ihrem (hier verstorbenen) Mann hat.


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