Was beeinflusst unsere Sexualität?
Sexuelle Gesundheit, Intimität und Partnerschaft wandeln sich – von jung bis alt, ob gesund oder chronisch krank.
Die Sexualpädagogik hilft diese Phasen zu verstehen, aktiv positiv zu gestalten je nach Erfahrungswerten und Erlebnissen – von der Kindheit über die Pubertät bis hin ins Erwachsenen-Alter positiv, freudvoll, lust-betont besetzt sein. Oder negativ, geprägt von persönlichen Grenzüberschreitungen, Gewalt und Demonstrationen von Macht.
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Grundsätzlich wird das Leben von Sexualität, Intimität und Partnerschaft beeinflusst von
- körperlicher Gesundheit und Fitness
- psychischem Wohlbefinden
- sozialer Balance, Freundschaften
- beruflicher Aktivität
- finanziellem Status
- Partnerschaft, Familie und Kindern
Wertvolle Hilfe bei persönlicher Veränderung
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Die Sexualtherapie hilft, das Leben der eigenen Sexualität zu reflektieren, Bedürfnisse zu analysieren, Herausforderungen des Auslebens aber auch das Beziehungsleben positiv und aktiv gestaltbar zu machen.
Spannend ist, dass sich das Subjekt der sexuellen Begierde im Verlauf des Lebens wandeln kann – von
- gegengeschlechtlich über
- gleichgeschlechtlich bis hin zu
- sexuellem Interesse an beiden Geschlechtern
Heute weiß man, dass dieses nicht ein Leben lang fixiert sein muss. Da sich Körper, Seele, Psyche, Geist, soziale Rollen ändern, kann eine Transformation des Subjekts der Lust mit angestoßen werden. Auch hier bietet Sexualtherapie professionelle Begleitung.
Veränderte Hormonverfügbarkeit – veränderte Sexualität
Der Mix der Geschlechtshormone verändert sich in der Menopause bzw. Andropause in Dosis, Verfügbarkeit und Zusammenwirken. Dies beeinflusst wiederum das Auf und Ab der Lust im Beziehungsverhalten bei:
- Flirten
- Anbahnen von sozialer Interaktion
- Miteinander / sich aufeinander Beziehen
- Auslösen von Prickeln
- der Anziehung und der Anbahnung von sexuellem Engagement
- beim Einlassen auf die sexuelle Aktivität
Die spannende Phase der Menopause bzw. Andropause bedeutet damit für Mann und Frau auch eine Veränderung von Lust, Stimmung, Intimität, das Aufeinander-Beziehen und sich selbst neu kennen lernen. Gewohntes beginnt sich anders anzufühlen, anzubahnen.
Lust entsteht anders als gewohnt
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- Beim Mann entsteht Lust in jungen Jahren primär dank visueller Stimuli. Binnen Bruchteilen von Sekunden werden die visuellen Reize von den Augen über die verschiedenen Schaltzentralen geleitet und resultieren in der Erektion des Penis. Mit zunehmendem Alter verlängern sich diese Reaktionszeiten Schritt für Schritt.
- Rund um die Phase des Eisprungs ist die Frau bis zur Perimenopause in Sachen Lust-Entstehung verwöhnt vom zyklischen Auf- und Ab von Östrogen und Progesteron. Diese erwirken im Becken ein rhythmisch-zyklisch hormonell angefachtes Feuer und motivieren sexuell aktiv zu werden. Gedämpft wird es vom Hormon Prolaktin bei hohen Stressmomenten, beim Stillen, bei Schlafmangel.
Frauen benötigen nun zusätzliche Reize
Durch die veränderte Hormon-Dosis und -Verfügbarkeit wird die Rhythmik zunehmend weniger und ebbt ab. Wenig bekannt ist, dass die Frau in der peri- und postmenopausalen Phase dadurch bedingt zusätzlich externe Stimuli benötigt:
- Die Frau ist verstärkt auf externe Reize der fünf Sinne angewiesen – Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken. Ein gepflegtes Äußeres des Gegenübers, Duft, Inszenierung, Atmosphäre, Stimmung werden deutlich wichtiger, um in Stimmung zu kommen. Neu ist ein sich selbst in Stimmung zu versetzen.
- Selbst-Motivation ist wichtig! Lust entsteht teils erst während oder im Akt selbst und muss nicht von Beginn an da sein.
- Die hormonellen Umstellungen verändert das Körperbild: Haut, Haarbild und -farbe, Gewebe-Beschaffenheit und Körperform. Es ist wichtig, den hormonell neu geformten Körper bewusst anzunehmen!
- Klarheit zu beruflichen, familiären, sozialen, beruflich Rollen und Zielen im Leben helfen zu einem neuen Selbst-Bewusstsein.
- Die veränderte Verfügbarkeit der Geschlechtshormone begünstigt Weinerlichkeit, dünnes Nervengerüst, depressiver Verstimmung, Gereiztheit, Aggression, Impulsives Verhalten, Vergesslichkeit.
Eine Analyse der Speichelhormone bringt konkrete Anhaltspunkte für eine ergänzende naturidente Hormon-Therapie. Antidepressiva wären hier falsch als primäre Therapie!
Schmerzende Scheidentrockenheit muss nicht sein
Die reduzierte Hormon-Produktion und -Verfügbarkeit der Östrogene E2 Östradiol und E3 Östriol führen zu einer reduzierten Schleimproduktion aber auch dünneren vaginalen Schleimhaut (vaginale Atrophie). Indirekte Hinweise darauf wie brennende Augen bei der Computer-Arbeit sind erste Zeichen für ärztlichen Handlungsbedarf.
Durch die vaginale Atrophie und reduziertes Feuchtwerden der Vagina kann sich das Eindringen des Penis oder Einsatz von Sex-Toys wie Schleifpapier anfühlen, schmerzen oder gar bluten.
- Hormonelle Unterstützung – auf die Haut oder direkt in die Vagina aufgetragen – kann leicht und rasch deutliche Linderung und Abhilfe schaffen. Sexualität zu leben ist damit wieder schmerfrei und freudvoll möglich.
- Gleitgels in den verschiedensten Varianten – von natürlichen Mitteln auf Kokosöl-Basis bis hin zu künstlichen Gleitgels – sind ebenfalls hilfreich.
Vorerkrankungen und ihre sexual-medizinischen Auswirkungen
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Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Erkrankungen der Schilddrüse (Über-/Unterfunktion), chronische Darmerkrankungen, Stressbelastungen, Gastritis, Übergewicht, Autoimmunerkrankungen, neuro-degenerative bzw. psychische Erkrankungen, Krebserkrankungen, operative Eingriffe im Becken wirken sich auf Stoffwechsel und Hormonverfügbarkeit aber auch das Gleichgewicht der Hormone aus – und diese wiederum auf die Möglichkeit, Sexualität und Intimität zu leben. Dies ist das Themenfeld der Sexualmedizin.
Eine genaue sexualmedizinischen Analyse mit ganzheitlich ausgerichteter Diagnostik ermöglicht es, die Auswirkungen auf die Sexualität einzuschätzen:
- Gefäßverkalkungen reduziert Gefäßelastizität verursacht durch Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Adipositas und können wichtige Vorboten sein – zwei Jahre vorher für Herzinfarkt und vier Jahre vorher für Schlaganfall
Bei der Frau bedeutet dies eine reduzierte Durchblutung der Scheide und Erregbarkeit bzw. Stimulierbarkeit der Klitoris.
Beim Mann sind Erektions-Schwierigkeiten oder Probleme erste wichtige - Neuropathien reduzieren die Fähigkeit der Nerven, Impulse weiterzugeben und Berührung erotisierend oder anturnend zu empfinden, deutlich.
Dies bedeutet: Man fühlt die Berührung, aber deutlich leiser bis hin zu gar nicht, je nach Schweregrad.
Die Stimulierbarkeit von Klitoris bzw. Penis nimmt ab. Es bedarf daher mehr und längeres Engagement, bis die Erregung in einem Orgasmus gipfelt. - Trifft die hormonelle Dysbalance durch Vorerkrankungen auf die hormonelle Dysbalance durch Menopause und womöglich zusätzlich auf bestehende Unstimmigkeiten in der Partnerschaft, wird es richtig komplex.
Es gilt dann herauszufinden, welches Problem wodurch verursacht wird, um wieder Wohlbefinden zu unterstützen
Fazit Sexpositivity auch in Menopause & Andropause
Ziel ist, dass Mann und Frau sich vor, während und nach der Menopause bzw. Andropause als sexuelles Wesen in ihrer Haut wohl fühlen und mit Kraft und Vitalität zu sich und ihren sexuellen Bedürfnissen JA sagen können.
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