Fast jede zweite Frau in Österreich blickt den Wechseljahren mit Sorge entgegen. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der aktuellen, repräsentativen Studie* des österreichischen Frauengesundheitsunternehmens GYNIAL, die anlässlich des Weltmenopausentags 2025 veröffentlicht wurde. Die Studie zeichnet ein deutliches Bild: Die Wechseljahre sind für viele Frauen keine selbstverständliche Lebensphase, sondern ein Abschnitt, der von Unsicherheit, Wissenslücken und fehlender Unterstützung geprägt ist.
Die Angst vor den Wechseljahren nimmt zu
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48 Prozent der befragten Frauen geben an, Angst vor den Wechseljahren zu haben. Damit ist dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Besonders alarmierend:
- Jede fünfte Frau nicht weiß, was im Körper während der Wechseljahre passiert.
- Jede zweite kennt keine Möglichkeiten, um typische Beschwerden zu lindern.
- Vor allem Frauen zwischen 50 und 59 Jahren fühlen sich mit ihren Symptomen häufig hilflos und alleingelassen.
Das Thema Wechseljahre ist nach wie ein Tabu
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Diese Unsicherheit ist eng mit einem anhaltenden Schweigen verknüpft:
- Ein Viertel der Frauen hat noch nie mit einer anderen Frau über die Wechseljahre gesprochen.
- Für jede fünfte ist das Thema unangenehm, Tendenz steigend. Selbst dort, wo Offenheit versucht wird, berichten viele von negativen Reaktionen.
- Mehr als 40 Prozent fühlen sich mit ihren Beschwerden von Ärztinnen und Ärzten nicht ernst genommen.
Halbwissen rund um Verhütung und Sexualität in den Wechseljahren
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Besonders deutlich werden die Folgen mangelnder Aufklärung beim Blick auf das Wissen zu Verhütung und sexueller Gesundheit.
- Mehr als ein Viertel der Befragten glaubt, dass Verhütung in den Wechseljahren überflüssig sei.
- 13 Prozent gehen sogar davon aus, dass diese Lebensphase vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.
- Unter Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren ist dieses Fehlwissen besonders stark verbreitet.
Diese Zahlen zeigen, dass die Wechseljahre nicht nur ein Thema für Frauen in der Lebensmitte sind, sondern ein gesellschaftliches Wissensdefizit offenlegen, das Generationen betrifft.
Menopausen-Klischees statt Wertschätzung
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Neben Wissenslücken belasten auch hartnäckige Vorurteile viele Frauen.
- Zwei Drittel der Befragten nehmen wahr, dass Frauen in den Wechseljahren negativ dargestellt werden.
- Jede vierte Person ist der Meinung, Frauen würden in dieser Phase an Attraktivität verlieren.
Besonders problematisch ist der Blick vieler Männer:
- Mehr als die Hälfte beschreibt Frauen in den Wechseljahren als überemotional.
- Gleichzeitig geben fast 50 Prozent der Männer offen an, sich gar nicht für das Thema zu interessieren, obwohl viele Sorge haben, die Wechseljahre könnten ihre Beziehung belasten.
Jugendliche wünschen sich Vorbilder und Offenheit in Sachen Wechseljahre
Ein überraschend klarer Appell kommt aus der jüngsten Altersgruppe.
- Über 80 Prozent der 14 bis 19-Jährigen wünschen sich mehr Information und Anlaufstellen. Gleichzeitig ist ihnen das Thema besonders unangenehm.
- Fast 90 Prozent fordern mutige Vorbilder, die offen über die Wechseljahre sprechen.
- Mehr als die Hälfte verbindet diese Lebensphase bislang vor allem mit negativen Vorstellungen.
Ein Thema, das sichtbar werden muss
Die Studienergebnisse machen deutlich, wie dringend ein offener, sachlicher und wertschätzender Umgang mit den Wechseljahren notwendig ist. Information, Austausch und ernst gemeinte medizinische Begleitung sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass Frauen diese Phase nicht als Verlust, sondern als Übergang in einen neuen Lebensabschnitt erleben können. Die Wechseljahre betreffen nicht nur einzelne Frauen, sondern das gesellschaftliche Bild von Weiblichkeit, Alter und Gesundheit insgesamt. Genau deshalb ist es höchste Zeit, das Schweigen zu brechen.
*Über die Studie: Die Studienergebnisse beruhen auf einer Online-Umfrage des Marketagent Instituts. Im Zeitraum zwischen 30.07. und 06.08.2025 haben 1.000 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren aus ganz Österreich teilgenommen. Die Ausgangsstichprobe wurde gewichtet und ist repräsentativ für die österreichische Gesamtbevölkerung. Der Großteil der Teilnehmenden (64,8 %) nutzte ein mobiles Endgerät zur Teilnahme.
Das Wichtigste in Kürze
Wie viele Frauen haben Angst vor den Wechseljahren?
Eine repräsentative Studie von GYNIAL aus 2025 zeigt, dass fast jede zweite Frau in Österreich Angst vor den Wechseljahren hat. Gleichzeitig bestehen große Wissenslücken, viel Schweigen und ein starker Wunsch nach mehr Aufklärung .
Wir gut wissen Frauen über die Wechseljahre Bescheid?
Laut GYNIAL Studie aus 2025 weiß jede 5. Frau nicht, was in den Wechseljahren im Körper passiert. Zusätzlich kursiert gefährliches Halbwissen zu Verhütung und sexueller Gesundheit, besonders auch bei Jugendlichen.
Warum betrifft das Thema Wechseljahre uns alle?
Die GYNIAL Studie aus 2025 macht deutlich, dass die Wechseljahre weiterhin mit Vorurteilen und fehlender Wertschätzung verbunden sind. Mehr Offenheit, bessere Information und frühzeitige Aufklärung würden Frauen entlasten und das Bild dieser Lebensphase zurechtrücken.
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