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Sexualität

Erektionsstörungen: Was du zu Viagra, Cialis und Co wissen solltest

Die Abkürzung ED steht für Erektile Dysfunktion. Ein Problem für Männer, das im Alter immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Pharmabranche hat viel zu bieten. Eine Umschau

Alles begann in Sandwich. Der verschlafene Ort in der englischen Grafschaft Kent beherbergt ein Forschungsinstitut des US-Pharmagiganten Pfizer. Wissenschaftler tüftelten dort Anfang der 1990er Jahre an einem Mittel gegen Herzbeschwerden. Es trug die Bezeichnung UK-92480.

Die ersten Versuche an Patienten verliefen vielversprechend. Allerdings berichteten einige Männer – hinter vorgehaltener Hand und nur den Herren Doktoren – von einer merkwürdigen Nebenwirkung. Sie hatten mehrfach starke Erektionen, auch Tage nach Einnahme des Medikaments.

Viagra – eine Zufallsentdeckung

Nachdem sich der Wirkstoff Sildenafil für Herzbeschwerden als wirkungslos erwiesen hatte, schwenkten die Forscher um und konzentrierten sich auf die sexuelle Superkraft des Präparats. Bei einer Folgestudie, an denen 300 Männer in England, Frankreich und Schweden teilnahmen, zeigten neun von zehn Probanden Reaktionen, und das ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Es war die Geburtsstunde von Viagra. Das Potenzial der Pille bedeutete gleichsam die Lizenz zum Gelddrucken.

1998 erhielt Pfizer von der US-Gesundheitsbehörde die Genehmigung, Viagra auf den Markt zu bringen. Das Time Magazine widmete dem blauen Wunder sogar eine Titelgeschichte. Bis Mitte 2013 setzte der Pharmakonzern mit seiner Erfindung 24,8 Milliarden Dollar um.

Cialis – die „Wochenendpille“

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Die Konkurrenz hatte prompt Alternativen parat. Der Pharmariese Eli Lilly brachte Cialis heraus. Das Mittel basiert nicht auf dem Wirkstoff Sildenafil – das hätte gegen den Patentschutz von Pfizer verstoßen –, sondern auf Tadalafil. Cialis punktet mit besonders langer Wirkdauer. Es sorgt für Manneskraft in einem Zeitraum von bis zu 72 Stunden und wurde als „Wochenend-Pille für den Mann“ vermarktet. Bayer hielt mit seiner Version namens Levitra (Wirkstoff: Vardenafil) dagegen. Die Aktionäre aller Firmen waren hocherfreut.

Generika: neuer Name, gleicher Wirkstoff

2013 lief der Patentschutz von Viagra ab. Seitdem gibt es mehr als 200 deutlich billigere Konkurrenzprodukte, sogenannte Generika. 200 Medikamente, die alle nur einen Zweck erfüllen: Erektionsstörungen jeder Art sind in 30 bis 60 Minuten wie weggeblasen. Der Markt ist demensprechend groß und die Nachfrage endlos. Unter dem Suchbegriff „Viagra Generika“ gibt es auf Google 1,6 Millionen Einträge.

Potenzpillen – schon in jungen Jahren?

Neu ist, dass auch junge Männer die Potenzmacher schlucken, zur Sicherheit. Der Hausarzt verschreibt diskret ein Rezept, und manche Herren tragen so eine Tablette immer bei sich in der Geldbörse; man kann ja nie wissen.

Wer das ausprobieren möchte – bitte unbedingt den Arzt vorher fragen. Was die Wirkung anbelangt, dürfte es keine Überraschungen geben. Es können aber sehr wohl Nebenwirkungen auftauchen:

  • Schwindelgefühl
  • Hitzewallungen
  • Sehstörungen (verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, veränderte Farben)
  • Eine plötzliche Rötung
  • Verstopfte Nase
  • Magen-Darm-Beschwerden

30 Millionen schlucken Potenzpillen

Leises Unbehagen nimmt der geknickte Mann freilich in Kauf. Heute schlucken mehr als 30 Millionen Männer weltweit Potenzpillen gegen Erektionsstörungen. Interessanterweise hat Viagra auch anderweitig positive Wirkung gezeigt.

Forscher der Universität von Alabama prüfen, ob die Pille zudem eine Gedächtnismedizin sein könnte. Im Rahmen einer Langzeitstudie untersuchen sie, ob Viagra gegen das Vergessen hilft. Der molekularbiologische Hintergrund besteht darin, dass der Botenstoff cGMP, der beim Mann die Gefäße erweitert, den Blutfluss erhöht und vermehrt Glukose ins Hirn schleust. Kurzum, es tut sich was, oben und unten.

Was passiert bei Einnahme von Potenzpillen im Körper?

Die medizinische Erklärung, warum das schlaffe Glied plötzlich steht, ist für die meisten Anwender sekundär. Aber nicht uninteressant: Die Erektion des Penis liegt einem sogenannten hämodynamischen Prozess zugrunde. Entscheidend ist, dass es zu einer sexuellen Stimulation kommt. Ohne erotischen Sinneseindruck – sei es ein optischer Reiz, eine zärtliche Berührung oder eine verbale Aufforderung – zeigen Viagra & Co. keine Reaktion.

Nur die Reize sorgen dafür, dass das Gehirn ein Zeichen an das Rückenmark schickt, das wiederum ein Signal an den Penis aussendet. In den glatten Muskelzellen des Schwellkörpers wird Stickstoffmonoxid freigesetzt. Das aktiviert die sogenannte Guanylatcyclase, Enzyme werden umgewandelt. Die glatte Muskulatur erschlafft, wodurch mehr Blut in den Penis strömt, und so entsteht die Erektion. Voilà.

Viagra für Frauen

Inzwischen schlucken nicht nur Männer Viagra. In Fragen der Sexualität entdeckte man zunehmend neue Parallelen:

  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • und hohe Cholesterinwerte

können bei Männern zu Erektionsstörungen führen. Diese Faktoren, davon gehen Wissenschaftler aus, können auch die weibliche Lust stören, insbesondere in der Menopause. Bei älteren Patientinnen mit Bluthochdruck, Arteriosklerose oder bei Raucherinnen nimmt die Durchblutung ab.

Rührt das Orgasmusproblem von daher, kann es sinnvoll sein, Viagra auszuprobieren. Auch Schwangeren wird die blaue Pille manchmal empfohlen, wenn die Gebärmutter verengt ist, wodurch das Risiko einer Frühgeburt steigt.

Potenzpillen aus dem Internet

Potenzpillen sind gesellschaftsfähig geworden. Wenn auch kein Schnäppchen. Die Preise (Stand 2022) für nur vier Tabletten (100 ml) auf shopapotheke.de: Viagra 118 Euro, Cialis 94 Euro und Levitra 54 Euro. Es gibt auch größere Packungen, dort wird der Preis pro Pille dann günstiger. Je mehr man kauft, desto mehr Rabatt. Um die Pillen per Internetbestellung zu bekommen, genügt es, nur ein Rezept zu mailen.

Generika sind rund sechzig Prozent billiger und ebenso wirksam. Die Inhaltsstoffe sind ident, die Produkte heißen nur anders. Die wissenschaftliche Bezeichnung für alle Marken lautet PDE-5-Hemmer.

Vorsicht Schwarzmarkt

Bei so hoher Nachfrage wird freilich der Schwarzmarkt aktiv. Die Arzneimittelkriminalität verzeichnet jährlich Zuwächse von mehreren Hundert Prozent, insbesondere im Internet. Mittlerweile hat sie sogar den Drogenhandel überholt.

Mit falschem Viagra erzielen Heerscharen von Betrügern einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Dollar. Das Original schafft es nur auf 1,8 Milliarden im Jahr. Also aufpassen, und besser den Weg in die Apotheke gehen. Dann gibt es keine Überraschung im Bett, wenn sich das Wundermittel als Traubenzucker erweist, und die Freude erschlafft.


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