Das Herz schlägt plötzlich schneller. Es pocht, stolpert oder flattert. Manchmal mitten in der Nacht, manchmal im Supermarkt, manchmal genau dann, wenn ohnehin alles ein bisschen viel ist. Viele Frauen fragen sich in diesem Moment, ob mit ihrem Herzen etwas nicht stimmt. Tatsächlich steckt bei jeder neunten Frau in den Wechseljahren die hormonelle Umstellung dahinter – sie kann Herzrasen, Herzstolpern und sogar Panikattacken auslösen, ganz ohne dass das Herz selbst krank ist.
Warum bekomme ich in den Wechseljahren Herzrasen?
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Die Wechseljahre wirken sich nicht nur auf den Zyklus aus, sondern auf den ganzen Körper. Ab etwa 45 geraten Östrogen und Progesteron zunehmend aus der Balance, und diese Dysbalance zieht sich durchs ganze System: Herz und Gefäße reagieren, indem sie sich weitstellen und dann plötzlich wieder verengen – oft völlig unerwartet und ohne erkennbaren äußeren Auslöser. Bei manchen Frauen zeigt sich das durch Herzrasen, Druckgefühl, innere Unruhe oder Schwindel; bei einem vorgeschädigten Herzen kann eine solche Rhythmusstörung im Extremfall auch ernster ausfallen, weshalb sie nie einfach abgetan werden sollte.
Das Herz reagiert dabei nicht zwingend auf Belastung oder Stress von außen, sondern auf die hormonelle Umstellung im Inneren. Gerade deshalb werden die Beschwerden oft zunächst nicht als Wechseljahressymptom erkannt – genauso wenig wie andere Anzeichen dafür, dass das hormonelle Gleichgewicht kippt: unregelmäßige oder ausbleibende Blutungen, neu auftretende Myome oder Eierstockzysten sind oft die ersten Signale, dass sich im ganzen System etwas verschiebt.
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Welche Beschwerden kommen bei Herzrasen noch dazu?
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Herzrasen tritt selten allein auf. Häufig gesellen sich Hitzewallungen, Schlafstörungen, Tinnitus, Stimmungsschwankungen oder Angstgefühle dazu. Bei manchen Frauen entwickeln sich daraus auch Panikattacken, weil das schnell schlagende Herz weitere Angst auslöst.
Typisch können sein:
- Herzklopfen oder Herzstolpern
- Plötzliches Herzrasen
- Innere Unruhe und Anspannung
- Schwindel oder Benommenheit
- Panikgefühle bis hin zu Angstattacken
Wann ist Herzrasen in den Wechseljahren gefährlich?
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Nicht jedes Herzrasen ist harmlos. Treten die Beschwerden neu auf, häufen sie sich, oder kommen Brustschmerz, Luftnot, Ohnmacht oder starker Schwindel dazu, gehört das ärztlich abgeklärt – vor allem, wenn bereits eine Herzerkrankung besteht. Dabei lohnt es sich, auch Schilddrüsenwerte und Blutdruck im Blick zu behalten, denn beide können ganz ähnliche Beschwerden verursachen oder verstärken.
Wichtig ist außerdem ein Hormonstatus, wenn der Verdacht auf wechseljahresbedingte Beschwerden besteht: weibliche und männliche Hormone, Schilddrüsenwerte und auch Prolaktin geben Aufschluss darüber, wie weit die Umstellung fortgeschritten ist und welche Behandlung sinnvoll sein kann.
Weiterlesen: Hormonstatus im Wechsel: Was gemessen wird, was die Werte bedeuten
Welche Rolle spielt die Schilddrüse bei Herzrasen?
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Die Schilddrüse ist klein, aber nicht zu unterschätzen. Eine Überfunktion kann Beschwerden auslösen, die den Wechseljahren zum Verwechseln ähnlich sehen: Herzrasen, Nervosität, Schlafstörungen, Gewichtsverlust, Schwitzen, Unruhe. Eine Unterfunktion wiederum macht eher müde, kraftlos und antriebslos machen.
Bei Herzrasen in den Wechseljahren lohnt sich deshalb immer auch ein Blick auf die Schilddrüse – besonders wenn das Herz pocht, der Schlaf schlecht ist und sich der Körper insgesamt unzuverlässig anfühlt. TSH und die weiteren Schilddrüsenwerte gehören mit ins Labor.
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Können Panikattacken durch die Wechseljahre ausgelöst werden?
Wenn das Herz plötzlich rast, entsteht leicht Angst. Aus der Angst wird noch mehr Anspannung – und daraus schnell ein Teufelskreis. Wer aber weiß, dass die hormonelle Umstellung dahintersteckt, kann die Situation oft besser einordnen: Ist die Ursache klar, verliert das rasende Herz einen Teil seines Schreckens, und häufig beruhigt sich der Puls von selbst wieder, sobald die Anspannung nachlässt.
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Was hilft gegen Herzrasen in den Wechseljahren?
Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausprägung der Beschwerden. In der Hormontherapie wird meist zunächst mit Progesteron begonnen, bei Bedarf kommt Östrogen dazu; ein Ausgleich des Androgenmangels ist in der Regel erst ab 65 Thema. Vielen Frauen hilft schon eine sogenannte intermittierende Hormontherapie: Sie kommt nur zeitweise zum Einsatz, wechselt sich mit Pausen ab und wird über Monate bis hin zu zwei, drei Jahren an den jeweiligen Bedarf angepasst – begleitet von regelmäßigen Blutkontrollen.
Wer sich mit dem Gedanken an Hormone unwohl fühlt, kann alternativ mit pflanzlichen Mitteln oder einer behutsamen Progesterontherapie starten. Entscheidend ist, dass die gewählte Therapie zur Frau und zur jeweiligen Phase der Wechseljahre passt – nicht umgekehrt.
Auch eine gute ärztliche Begleitung ist wichtig, weil Herzrasen und Angst sich gegenseitig hochschaukeln können. Ist die Ursache erst behandelt, verschwinden Herzklopfen und innere Unruhe bei vielen Frauen spürbar schnell wieder.
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Diese Pflanzen können die Symptome lindern
Als probates Mittel gegen das stur pochende Herz dienen pflanzliche Wirkstoffe. Und zwar:
- Yamswurzel
- Rotklee-Isoflavon
- Mönchspfeffer
- Soja-Isoflavon
- Traubensilberkerze
Die Traubensilberkerze, auch Wilde Schlangenwurzel genannt, hilft manchen Frauen gut über diese Phase hinweg – erhältlich sind alle diese Substanzen in Kapselform. Bei leichteren Wechselbeschwerden können sie eine erste Option sein. Am besten ausprobieren und beobachten, ob sich die Symptome bessern.
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Fazit
Herzrasen in den Wechseljahren ist häufig beängstigend, aber nicht automatisch gefährlich – es betrifft immerhin jede neunte Frau im Wechsel. Hormonelle Schwankungen, allen voran bei Östrogen und Progesteron, können Herz, Gefäße und Nervensystem durcheinanderbringen. Schlafmangel, Stress, Hitzewallungen, Schilddrüsenprobleme oder auch Kaffee treiben das Herz zusätzlich an.
Wichtig ist: Lass Herzrasen abklären, besonders wenn es neu auftritt oder stärker wird. Sieht organisch alles gut aus, kann der Blick auf Hormone, Schlaf, Stress und Lebensstil schon sehr viel bewirken.
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