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Ernährung

Heißhunger: Warum dein Körper im Wechsel plötzlich nach Zucker schreit

Du isst gesund, trotzdem überkommt dich nachmittags der Heißhunger? Das liegt nicht an mangelnder Disziplin. Deine Hormone spielen verrückt: Hier erfährst du, was hilft.

Kennst du das? Du hast gerade erst zu Mittag gegessen, aber gegen 15 Uhr überkommt dich plötzlich dieser unbändige Heißhunger. Dein Körper schreit förmlich nach Schokolade. Du greifst in die Schublade, naschst ein paar Kekse – und fühlst dich danach schuldig. „Hätte ich doch mehr Disziplin", denkst du. Aber genau hier liegt das Missverständnis. 

Heißhunger in den Wechseljahren ist kein Zeichen von Schwäche oder fehlender Willenskraft. Er ist ein klares biologisches Signal deines Körpers, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die gute Nachricht: Du kannst etwas dagegen tun – wenn du verstehst, was dahintersteckt. 

Was passiert bei Heißhunger im Körper? 

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Heißhunger ist immer ein Alarmsignal. „Wir befinden uns in einer Unterzuckerung – meist liegt der Blutzuckerwert unter 70 oder sogar 60 mg/dl, je nachdem, wie der Ausgangsblutzucker ist", erklärt Sabine Schmied, diplomierte TCM-Ernährungsberaterin und Expertin für Frauen in den Wechseljahren. Dein Gehirn braucht dringend Energie und schickt dir diesen fokussierten Heißhunger – meist auf zuckerreiche, schnell verfügbare Kohlenhydrate. 

Das Problem: Heißhunger bedeutet massiven Stress für deinen Körper. Greifst du jetzt zu Kohlenhydraten oder Zucker, schnellt dein Blutzucker rasant in die Höhe. Deine Bauchspeicheldrüse reagiert alarmiert und schüttet massiv Insulin aus, um gegenzusteuern. Die Folge: Dein Blutzucker stürzt genauso schnell wieder ab. Jetzt springt dein Stresshormon Cortisol ein. Es veranlasst die Leber, gespeichertes Glykogen in Glukose umzuwandeln und diese lebensnotwendige Energie ins Blut abzugeben. Dein Blutzuckerspiegel steigt wieder an – der Teufelskreis beginnt von vorne. 

Zudem ist Insulin ein Fettspeicherhormon: Durch hohe und wiederholt hohe Insulinspiegel kommt es zur Gewichtszunahme, vor allem am Bauch. 

Warum trifft Heißhunger gerade Frauen in den Wechseljahren? 

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Du bist deinen Hormonen keineswegs ausgeliefert – aber sie spielen eine zentrale Rolle. Wenn deine Sexualhormone sinken, bringt das dein gesamtes Hormonsystem durcheinander. Östrogen sorgt normalerweise dafür, dass deine Zellen gut auf Insulin reagieren. „Östrogen schützt: Wir können Kohlenhydrate gut verstoffwechseln und der Blutzuckerspiegel bleibt ausgeglichen", erklärt die Expertin. 

Progesteron ist ein natürlicher Gegenspieler zum Stresshormon Cortisol. Wenn Progesteron sinkt, wird dein Zuckerstoffwechsel instabil. Du erlebst häufiger Abfälle in den Unterzucker, erhöhte Insulinausschüttung – und deine Fettzellen werden gut „befüttert". 

Hinzu kommt: Auch deine Wachstumshormone werden niedriger. Diese sind nach dem Wachstum für die nächtliche Regeneration verantwortlich. Niedrige Wachstumshormone bedeuten mehr Einlagerung ins Fettgewebe. „Das kann man nur mit Sport und angepasster Ernährung ausgleichen", sagt Sabine Schmied. 

Heißhunger ist kein Willensproblem 

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Viele Frauen geben sich selbst die Schuld. Doch Heißhunger wird biologisch durch Hormone gesteuert – oder durch starke Emotionen und Nährstoffmangel. „Frauen sollen sich nicht schlecht fühlen", betont Schmied. Ernährungsgewohnheiten entstehen durch die Familie und das soziale Umfeld. „Das ist keine Absicht. Man ist so aufgewachsen, hat sich daran gewöhnt." 

Statt dich zu verurteilen, solltest du verstehen, was der Heißhunger mit deinem Körper macht – und was du optimieren kannst. 

Was machen Stress und negative Emotionen mit dir? 

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Stress macht hungrig. Bei Stress braucht dein Gehirn bis zu zwölf Prozent mehr Energie. Die niedrigen Östrogen- und Progesteronspiegel sorgen dafür, dass du sensibler auf Stress reagierst – und dann kommst du schneller in die Kaskade aus Unterzuckerung, Cortisol und Insulin. 

Typische emotionale Auslöser sind Druck im Job, familiärer Stress, Überforderung, aber auch negative Gefühle wie Angst, Ärger oder Trauer. „Auch Grübeleien, Sorgen um die Familie – wenn du dir Dinge zu sehr zu Herzen nimmst, suchst du eine Erleichterung", erklärt Sabine Schmied. 

Und ja: Schokolade wirkt – kurzfristig. Aber langfristig verschlimmert sie das Problem. 

Der ganzheitliche Blick: TCM trifft westliche Ernährungswissenschaft 

Sabine Schmied verbindet in ihrer Arbeit westliche Ernährungswissenschaft mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM). In der TCM spricht man von einer schwachen Mitte – der Milz. „Wenn wir zu viel Diät gemacht haben, oft kalt und wenig Gekochtes essen, kein Frühstück zu uns nehmen – dann kann die Milz nicht genug Energie und Nährstoffe erzeugen. Die Zellen hungern aus", erklärt sie. Dieser Nährstoffmangel führt immer wieder zu Hunger – und oft kommen nur Kohlenhydrate nach. Wiederum der Teufelskreis. 

Die TCM liefert einen präventiven Blick auf den Körper und lehrt uns, auf Signale wie Energiemangel, Erschöpfung und Verdauungsprobleme zu hören – bevor Heißhunger oder Übergewicht entstehen. „Eine starke Milz schützt vor vielen Problemen anderer Organe“, erklärt die Expertin. 

Was du konkret gegen Heißhunger tun kannst 

  • Makronährstoffe im Blick behalten: Achte darauf, genug Eiweiß und gesunde Fette zu essen. Eiweiß wirkt stabilisierend auf den Blutzuckerspiegel und macht lange satt. 
  • Das Darm-Mikrobiom stärken: Wie du deinen Darm fütterst, so arbeitet er für dich. Die Bauch-Hirn-Achse ist entscheidend – 90 Prozent der Informationen kommen vom Darm zum Gehirn. Je besser dein Darm funktioniert, desto weniger neigst du zu Heißhungerattacken. 
  • Bitterstoffe nutzen: Bittertropfen vor den Mahlzeiten regulieren den Appetit und verbessern die Verdauung. Bitterspray für die Handtasche hilft, wenn die Attacke kommt. Bittere Lebensmittel wie Chicorée, Weißkraut oder Rotkraut sollten in deinen Ernährungsplan integriert werden. Auch ein Espresso mit einem Glas Wasser kann akut Abhilfe schaffen. 
  • Gut frühstücken: Der Tag sollte mit einem ausgewogenen Frühstück beginnen – nicht gleich beim Aufstehen, aber im Laufe des Vormittags bis 10 oder 11 Uhr. Denn laut TCM sind die Verdauungsorgane zwischen 7 und 11 Uhr vormittags besonders aktiv und aufnahmefähig. Ein energiereiches, eiweißreiches Frühstück stabilisiert den Blutzuckerspiegel für den ganzen Tag. Deshalb ist das Frühstück dein wichtigstes Werkzeug, um Heißhunger und Energiemangel vorzubeugen. 
  • Regelmäßig essen und trinken: Maximal drei Mahlzeiten am Tag, geregelte Zeiten. Bei jeder Mahlzeit eine große Portion Gemüse. Gesunde Fette wie Leinöl, Nussöl oder Olivenöl sättigen zusätzlich. 
  • Bewegung: Bewegung stabilisiert den Blutzucker und baut Stresshormone ab. Nach Bewegung hast du eher Lust auf etwas Gesundes als auf Süßes. 

Schlaf als unterschätzte Waffe gegen Heißhunger 

Schlechter Schlaf und Schlafstörungen senken das Sättigungshormon Leptin und erhöhen das Hungerhormon Ghrelin – es kommt zu einer appetitsteigernden Wirkung. Schlafmangel stresst auch unseren Darm. Die Darmbakterien sind am Hunger- und Sättigungssystem beteiligt. Auch hier spielt wieder Cortisol eine Rolle. 

Wenn du oft zwischen 2 und 3 Uhr aufwachst, kann das ein Zeichen für Blutzuckerschwankungen und erhöhten Cortisolspiegel sein. In der TCM-Organuhr ist dies die aktive Zeit der Leber – für ihre Entgiftungs- und Regenerationsarbeit braucht sie erholsamen Schlaf. Wenn du regelmäßig zu dieser Zeit aufwachst, kann deine Leber durch Stress, Emotionen, falsche Ernährung, Umweltgifte oder Medikamente überlastet sein. 

Soforthilfe bei akutem Heißhunger 

Wenn der Heißhunger plötzlich kommt, probiere diese Notfallhelfer: 

  • Bittertropfen oder Bitterspray 
  • Ein Espresso mit einem Glas Wasser 
  • Grüner Tee mit Zimt (Vorsicht bei Neigung zu Hitzewallungen) 
  • Ein kleiner Vorrat mit Nüssen, Oliven oder Beeren (wenig Zucker, aber fruchtig) 

Fazit 

Heißhunger in den Wechseljahren ist kein persönliches Versagen. Er ist ein Signal deines Körpers, dass deine Hormone, dein Blutzucker oder deine Nährstoffversorgung aus dem Gleichgewicht geraten sind. Die gute Nachricht: Mit kleinen, gezielten Veränderungen – bei der Ernährung, bei Bewegung, Schlaf und Stressmanagement – kannst du diesen Teufelskreis durchbrechen. 

Wenn du deine persönlichen Heißhunger-Trigger erkennst, kannst du deinem Körper geben, was er wirklich braucht. Dann wird der Heißhunger von alleine weniger. Und du fühlst dich wieder wohl in deiner Haut – mit Energie, Leichtigkeit und ohne ständiges Verlangen nach Süßem. 

Das Wichtigste in Kürze 

Warum habe ich in den Wechseljahren so starken Heißhunger – bin ich einfach undiszipliniert? 

Nein. Heißhunger ist ein körperliches Signal, ausgelöst durch Blutzucker- und Hormonchaos, nicht fehlende Disziplin oder mangelnde Willenskraft 

Warum trifft Heißhunger gerade Frauen in den Wechseljahren besonders? 

Sinkende Östrogen- und Progesteronspiegel stören den Zuckerstoffwechsel. Dadurch kommt es zu mehr Unterzuckerung, mehr Hunger und mehr Bauchfett. 

Was kann ich konkret gegen Heißhungerattacken tun? 

Regelmäßig eiweißreich essen, Bitterstoffe nutzen, täglich bewegen, gut schlafen und Stress senken – so beruhigst du Blutzucker, Hormone und damit auch den Heißhunger. 

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