Das Treppenhaus wird länger, das Tragen wird schwerer – und der Stoffwechsel läuft nicht mehr rund. Mit sinkendem Östrogenspiegel verliert der Körper während der Wechseljahre schneller an Muskelmasse und -kraft. Das spürst du deutlich. Zudem nimmt die hormonelle Unterstützung für Regeneration und Aufbau ab. Gleichzeitig kann das viszerale Bauchfett zunehmen, was mit mehr Entzündungsprozessen und einer verminderten Insulinsensitivität verbunden ist.
Der Östrogenabfall wirkt sich auch auf die Knochen aus: Rund um die Menopause beschleunigt sich der Verlust der Knochendichte, was das Risiko für Osteoporose erhöht. Gleichzeitig nimmt das Risiko für Sarkopenie zu, dem altersassoziierten Verlust von Muskelmasse und -funktion, der mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Stürze, Frakturen und Einschränkungen der Mobilität verbunden ist.
Kurz gesagt: Ohne aktives Gegensteuern baut der Körper ab – und zwar schneller, als viele denken. Im höheren Alter kann die Muskelmasse um rund ein Drittel bis zur Hälfte zurückgehen.
Warum Krafttraining in den Wechseljahren?
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Die gute Nachricht: Du kannst viel tun. Regelmäßiges Krafttraining hilft auch postmenopausal, Muskelmasse zu erhalten und aufzubauen, den Verlust an Knochendichte zu verlangsamen und den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen. Auch das Sturzrisiko sinkt – weil du kräftiger, sicherer und bewerbungssicherer wirst.
Eine aktuelle Übersichtsarbeit zum Thema zeigt, dass Krafttraining typische Menopause-Beschwerden und Gesundheitsmarker positiv beeinflussen kann – von Muskelkraft und Aktivitätslevel über Knochendichte bis hin zu hormonellen und metabolischen Parametern.
Deine Benefits auf einen Blick
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- Mehr Kraft & Alltagssicherheit: Einkaufstaschen und Koffer tragen, Gartenarbeit werden leichter.
- Knochengesundheit: Mechanische Belastung stimuliert den Knochen und kann den Abbau von Knochendichte verlangsamen.
- Positiver Einfluss auf Stoffwechsel: Verbessert die Insulinsensitivität und unterstützt eine stabile Blutzuckerregulation.
- Geringeres Sturzrisiko: Kraft und Balance senken das Risiko – ein Plus für Mobilität und Unabhängigkeit.
Wie viel Training ist sinnvoll?
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Die WHO empfiehlt Erwachsenen 150–300 Minuten moderate oder 75–150 Minuten intensive Ausdaueraktivität pro Woche plus muskelkräftigende Aktivitäten an zwei oder mehr Tagen – idealerweise für alle großen Muskelgruppen. Für Frauen in den Wechseljahren lässt sich das pragmatisch umsetzen, indem du dir zunächst zwei Krafteinheiten pro Woche als feste Basis vornimmst.
Als Coach orientiere ich mich an den allgemeinen WHO-Empfehlungen und empfehle Frauen in den Wechseljahren deshalb zwei gezielte Krafteinheiten pro Woche als Basis. Je nach Ausgangsniveau reichen 2 bis 3 Einheiten aus, um Fortschritte zu erzielen, entscheidend sind ein guter Plan, ausreichende Belastung und vor allem Regelmäßigkeit.
Worauf es wirklich ankommt – die 4 Erfolgsfaktoren
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- Technik vor Last: Saubere Bewegung ist eine Voraussetzung. Erst wenn die Ausführung sitzt, erhöhst du die Gewichte.
- Progressive Steigerung: Kraft entsteht durch gezielten Reiz. Plane regelmäßige, kleine Erhöhungen von Gewicht, Wiederholungen oder Sätzen.
- Individuelle Anpassung: Beschwerden, Schlaf, Stress, Medikamente, Diagnosen – all das beeinflusst dein Training. Dein Plan sollte sich daran orientieren.
- Sicherheit first: Bei Vorerkrankungen oder unklaren Beschwerden vor dem Start ärztlich abklären.
Woran erkenne ich, dass mein Training zu mir passt?
Du machst Fortschritte, die Technik ist sauber, du fühlst dich gefordert – aber nicht ausgelaugt – und bleibst verletzungsfrei.
Wie finde ich den besten Einstieg ins Krafttraining, wenn Energie und Schlaf schwanken?
Mit kleinen, konstanten Schritten starten, Gewohnheiten langsam aufbauen, realistische Ziele setzen.
Training bei starken Hitzewallungen?
Trainiere zu kühleren Tageszeiten, verlängere Pausen, trinke ausreichend, passe die Intensität an oder verschiebe die Einheit, wenn nötig.
Was muss meine Trainerin oder mein Trainer wissen?
Infos zu Bewegungsapparat, Herz-Kreislauf, Gesundheit, bestehenden Erkrankungen (z. B. Osteoporose) und Medikation (z. B. Blutdruck-, Osteoporose-, Diabetes-, Hormontherapie).
Safety-Check vor dem Start
Eine ausführliche Anamnese gehört zu jedem Trainingsbeginn dazu. Falls dabei Hinweise auf Vorerkrankungen oder unklare Beschwerden auftreten, sollte vor dem Start eine ärztliche Abklärung erfolgen. Besonders wichtig ist das bei Herz-Kreislauf-Problemen, anhaltenden Schmerzen oder Verletzungen. So stellst du sicher, dass dein Training individuell angepasst und sicher ist.
Fazit
Krafttraining ist in den Wechseljahren kein Nice-to-have, sondern ein zentraler Faktor für Muskel- und Knochengesundheit, Stoffwechsel, Sturzprävention und Lebensqualität. Mit guter Technik, progressiver Steigerung und individuellen Anpassungen an deine Tagesform wirst du spürbar stärker – im Training und im Alltag. Du bestimmst die Richtung.
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