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Wechseljahre beim Mann

Der Menopausen-Clown

Die männliche Sicht auf die Frau in den Wechseljahren kann komisch sein. Wie geht man miteinander um? Gut? Hier ein paar Alltäglichkeiten aus dem Eheleben mit fünfzig.

Meine Frau Lena hat ein gestörtes Verhältnis zu meiner Nachtruhe entwickelt.

„Ich will heute nicht im Bett schlafen“, sagte sie.

„Na gut“, sagte ich, „dann nehmen wir die Küche.“

„So hab ich das nicht gemeint“, sagte Lena. „Es geht nicht ums Schnackseln, es geht ums Schnarchen.“

„Ah, war ich leicht laut in der Nacht?“

DIE NACHT, ALS SIE MIT DARTH VADER SCHIMPFTE

„Laut ist kein Ausdruck. Das war kein Schnarchen mehr. Das war wie der Darth Vader mit Corona.“

Ich schluckte. „Uh, peinlich, tut mir voll leid. Warum hast mich nicht geweckt?“ In solchen Situationen fühlt man sich wie ein Schädling.

„Hab ich probiert. Zwanzig Mal. Hab' gerüttelt und geschoben, geflucht und geboxt. Keine Chance. Da hätte man vorher die Leute am Zentralfriedhof ausgegraben und reanimiert.“ Sie schüttelte den Kopf, ihr Gesicht war blass. „Ich bin so müd heut'. Hab die ganze Nacht kein Auge zugetan.“ In ihrem Blick lag Besorgnis: „Wenn das jetzt jede Nacht so weitergeht, na gratuliere, Zukunft.“

SCHNARCHMASKEN, OHROPAX ODER DOCH PROPOFOL?

Worauf läuft das hinaus, fragte ich mich insgeheim. Getrennte Schlafzimmer wie bei alten Leuten? Gebrauchtes Ohropax? Ein bisserl Propofol wie beim Michael Jackson? „Pass auf, dann nehm ich heute die Couch“, sagte ich, „damit du ausschlafen kannst.“ Der Tag begann zähflüssig.

Ich wusste nicht so recht, was man dagegen tun konnte. Google zeigte relevante Produkte. Schnarchmasken, die einen wirklich ausschauen lassen wie Darth Vader mit Corona. Andere funktionieren mit Bluetooth, was mir so wichtig erscheint wie ein Pyjama mit Internetzugang. Es gibt auch Nasenzwicker, kleine Kluppen. Und einen Schnarchring, den man sich seltsamerweise nicht an den Zinken, sondern an den Finger steckt. Angeblich werden Akupressurpunkte aktiviert. Chakren und so.

EIN TRAUMHAFTER MÖRDER UND DAS PARFÜM DER WIENER

Ich dachte, es müsste auch anders gehen. Eventuell mit eiserner Disziplin beim Träumen. Vor dem Einschlafen meditierte ich. Streng dich an! Reiß dich z’samm! Nasenatmung. Ich stellte mir vor, dass ich der Mörder in Patrick Süskinds Buch Das Parfüm bin. Jean-Baptiste Grenouille, aber die Wiener Version. Da geht man nicht als Parfümeur herum und schnüffelt an Flakons, sondern steht am Würstelstand und riecht an Käsekrainern. Schräger Traum.

Jedenfalls, das mit der Disziplin im Schlaf hat nicht funktioniert. Das Sägen ging weiter, währte immerfort. Meine Frau hat mich sogar vom Nebenzimmer aus gehört und war in der Früh, nun ja, nicht gut drauf. Ich machte einen Scherz über Stimmungsschwankungen, die in der neuen Lebensphase, also jetzt mit fünfzig, ganz normal wären. Sie fand das weniger originell. „Du hast keinen blassen Schimmer, wie das ist“, sagte sie. „Diese Hitzeschübe, die Unruhe, ständig schwindlig, alles unlustig. Vielen Dank an die Hormone, was haben wir gelacht. Keine Ahnung hast du – als Mann.“ Ich sah zu Boden, schämte mich für mein Geschlecht und schwieg.

AUTHENTISCH SCHWITZEN: WALLUNGEN NACH SICHUAN-ART

Bis mich selbst Wallungen ereilten. Wir waren bei einem Chinesen im 18. Bezirk. Die nehmen das dort mit der Authentizität ziemlich ernst. Sichuan auf echt. Der Schärfegrad, der ja in Scoville gemessen wird, lag bei den Speisen außerhalb des Möglichen. Vor allem das in Würfel geschnittene Huhn, auf der Menükarte mit zwei stilisierten Chilischoten ausgewiesen, fühlte sich an, als würde man in einen Kaktus beißen.

Ich war schweißgebadet und sagte zu meiner Frau: „Schau, Schatzi, ich kann das auch. Schwitzen zwischendurch. Einfach so. Gestatten, ich bin’s, der Menopausen-Clown. Immer zu Diensten. Mit roter Nase, geschminktem Lächeln und verbranntem Gaumen. Ein Habakuk von fünfzig Jahren. Ni hao.“

Daheim angekommen, legte ich mich ins Bett – diesmal schlief meine Frau auf der Couch; auch du brauchst deine Ruh, hatte sie gesagt – und dann begann die Nacht seltsam zu werden. Ein paar Stunden später schrak ich hoch, uh! Schweißnass. Ich deckte mich ab, da war mir kalt. Ich deckte mich zu, da war mir heiß. Aha. So geht Menopause, dachte ich. Du musst nur zum Chinesen reinschauen und ganz viel von dem Napalm-Hendl essen, bevor du schlafen gehst, schon ist er da, der Wechsel.

SCHLECHTE STIMMUNG? ISOFLAVONE & SAUVIGNON BLANC!

Männer kriegen das doch auch, nicht? Wenn auch in gemäßigter Form. „Wie schaust denn du aus?“, fragte meine Frau in der Früh. Die Haare standen mir zu Berge, die Tuchent war feucht vom Sichuan-Schwitzen, und genau da rutschte ich auf dem Ball unseres Golden Retrievers aus. Eine Grätsche. Au!

„Hast du Stimmungsschwankungen?“, fragte sie. „Bist leicht unrund?“

Wir bestellten im Internet Isoflavone und ein pflanzliches Mittel namens Schlafformel. Gut wirkt das Ganze in Kombination mit einer Flasche Sauvignon Blanc. Noch besser mit zwei Flaschen. Isotonische Erfahrungswerte.

Ich erzählte ihr, was ich gelesen hatte. „Frauen haben eine engere Rachenöffnung als Männer, weshalb sie eigentlich anfälliger für das Schnarchen sein müssten. Aber die weibliche Zunge fällt seltener zurück, weißt du, weil die Muskulatur eine höhere Spannung hat. Wegen des Östrogens. Außerdem flattern die Weichteile des Rachens weniger beim Atmen. Aus dem Grund schnarchen Frauen wesentlich leiser. Du schnalzt nur manches Mal mit der Zunge oder schmatzt.“?

TESTOSTERON BRINGT DEN RACHEN ZUM BEBEN

„Geh bitte. Ich schlafe elegant.“

„Noch was Interessantes hab ich gelesen“, sagte ich. „Je mehr Testosteron der Mann im Körper hat, desto häufiger wird er zum Schnarcher.“

„Ich kann dir ein Achterl Östrogen einflößen, vielleicht ist dann eine Ruh.“

Nach dem Frühstück stellte ich mich auf die Waage und legte die Stirn in Falten. „Wir sollten ins Fitnesscenter gehen“, sagte ich. In letzter Zeit nahmen Menschen wie wir irgendwie schneller zu.

„Ich geh lieber Nordic Walken“, sagte sie.

„Du gehst lieber Nordic Shoppen“, sagte ich.

DAS ALLHEILMITTEL GEGEN DIE MENOPAUSE

Das fand sie witzig. „Es gibt übrigens ein Mittel gegen die Menopause, das wirklich hilft. Kennst du das?“

„Nein, Schatzi, was sollen wir noch online bestellen?“

„Dieses eine Mittel, das immer wirkt“, sagte sie, „hat einen Namen, der sich aus drei Wörtern zusammensetzt.“

„Welche drei Wörter?“

Sie machte eine Pause, sah mich von der Seite an und sagte: „Louis-Vuitton-Tasche.“

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